Panorama

Maschine gestartet Luftwaffe schickt Evakuierungsflugzeug nach China

Die Rückholung von etwa 90 Deutschen aus der vom Coronavirus besonders betroffenen Metropole Wuhan wird seit Tagen geplant, doch bislang gab China keine Landeerlaubnis. Nun kann ein Evakuierungsflugzeug endlich starten.

Das Flugzeug, das Deutsche aus der vom Coronavirus am stärksten betroffenen chinesischen Provinz Hubei ausfliegen soll, ist gestartet. Die Maschine der Bundeswehr hob gegen 12 Uhr vom Flughafen Köln-Wahn ab und soll am Samstag wieder in Deutschland ankommen. Zuvor hatte Bundesaußenminister Heiko Maas verkündet, dass nun alle erforderlichen Genehmigungen der chinesischen Behörden vorlägen. Ausgeflogen werden sollen mehr als hundert Menschen, sagte Maas weiter. Er sei "erleichtert", dass für die Betroffenen "die schwierige Situation jetzt beendet wird". Maas betonte, unter den Deutschen, die ausgeflogen werden sollen, sei nach derzeitigem Kenntnisstand "niemand, der infiziert ist". Auch Verdachtsfälle gebe es in dieser Gruppe nicht.

Am Flughafen Köln-Wahn sind Teile der Flugbereitschaft stationiert. Konsularbeamte informierten Deutsche in Wuhan, dass das Flugzeug voraussichtlich am Samstag nach Frankfurt fliegen soll. Beim Hinflug sollen auf Bitten Chinas 10.000 Schutzanzüge mitgenommen werden, die vor Ort gebraucht würden, sagte Maas.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen mit dem Flug rund 130 Menschen zurückgeholt werden - darunter rund 90 deutsche Staatsbürger und etwa 40 Angehörige mit anderer Staatsangehörigkeit, die sich angemeldet haben. Maas sagte, es habe auch Anfragen anderer Länder gegeben, ihre Bürger mit auszufliegen, es seien aber alle verfügbaren Plätze in der Bundeswehr-Maschine belegt.

Nur wer symptomfrei ist, darf fliegen

Die Teilnahme an dem Flug ist freiwillig. Mitfliegen kann nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nur, wer symptomfrei sei. Die Rückkehrer sollen rund 14 Tage lang auf dem Luftwaffenstützpunkt Germersheim in Rheinland-Pfalz in Quarantäne. Am Frankfurter Flughafen werden die Passagiere zuvor zunächst in das medizinische Zentrum Medical Assessment Center gebracht, wie der Leiter der Behörde, René Gottschalk, dem Sender hr-Info sagte. Dies diene dazu, "mögliche Kontaktpersonen zu erfassen". Sollte doch einer der Passagiere Krankheitssymptome zeigen, werde er in die Uniklinik in Frankfurt gebracht, sagte Gottschalk.

In Deutschland gibt es bislang fünf bestätigte Krankheitsfälle. Alle Betroffenen arbeiten beim im oberbayerischen Landkreis Starnberg angesiedelten Automobilzulieferer Webasto. Alle hatten zuvor Kontakt mit einer infizierten Kollegin aus China, die dort bei einer Schulung war.

*Datenschutz

In China erlebten die Infektionen und Todesfälle zuletzt den größten Anstieg innerhalb eines Tages. Die Zahl der Patienten mit dem neuartigen Coronavirus kletterte um 1981 auf 9692, berichtete die Gesundheitskommission in Peking. Die Zahl der Toten stieg um 42 auf 213. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte am Donnerstagabend die Ausbreitung des Virus zu einer "gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite". Die 190 Mitgliedsländer werden damit von der WHO empfohlene Krisenmaßnahmen untereinander koordinieren.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa