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Ansteckungsrate steigt auf 1,13 Müssen die Regeln wieder strenger werden?

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Am Samstag gab es Proteste gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen. Steigen die Fallzahlen, könnten die Regeln allerdings wieder strenger werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bereits den vierten Tag in Folge klettert die Reproduktionszahl R nach oben: Ein Corona-Infizierter steckt somit mehr Menschen an als noch vor einer Woche. Das RKI will darin noch keinen Trend ablesen und die kommenden Tage abwarten.

Die Lockerungen in der Corona-Pandemie schreiten bundesweit voran, gleichzeitig steigt die Ansteckungsrate. Schon den zweiten Tag in Folge liegt die Kennzahl R über dem kritischen Wert von 1,0. Ein Infizierter steckt im Schnitt also mehr als eine weitere Person an. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) liegt die geschätzte Reproduktionsrate mittlerweile bei 1,13 (Stand 10. Mai 0 Uhr). Dabei muss nach Angaben des Instituts berücksichtigt werden, dass die Zahl Unsicherheiten unterliegt. "Aufgrund der statistischen Schwankungen, die durch die insgesamt niedrigeren Zahlen verstärkt werden, kann somit weiterhin noch nicht bewertet werden, ob sich der während der letzten Wochen sinkende Trend der Neuinfektionen weiter fortsetzt oder es zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen kommt", heißt es im aktuellen RKI-Lagebericht.

Noch lässt sich also nicht ablesen, ob die am Mittwoch gelockerten Maßnahmen womöglich bald wieder verschärft werden müssen. Dass R steigt, mache es laut RKI allerdings erforderlich, die Infektionszahlen in den kommenden Tagen genau zu beobachten.

Nach Berechnungen von ntv.de, basierend auf den Angaben des RKI und der Länderangaben (exklusive Baden-Württemberg), liegt die Zahl der derzeit akut Infizierten bei 20.573, das sind 788 weniger als am Vortag (21.361). Die Zahl der insgesamt Infizierten steigt um 460 auf 169.876. Als genesen gelten momentan 141.859 Menschen in Deutschland. Gleichzeitig mit den Genesenen steigt weiterhin die Zahl der Toten. Sie liegt aktuell bei 7444, das sind neun mehr als am Vortag. Da es in Baden-Württemberg technische Probleme gab, meldete das Bundesland am Sonntagabend keine neuen Daten.

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Nur wenige Tage nach dem ein Grenzwert für Neuinfektionen eingeführt wurde, übersteigen fünf Landkreise in Deutschland bereits das Limit. Nicht mehr als 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche lautet die Vorgabe von Bund und Ländern. Jetzt sind mit dem Landkreis Sonneberg und der Stadt Rosenheim zwei weitere Virus-Herde dazugekommen. Außerdem sind die Landkreise Greiz in Thüringen, Coesfeld in Nordrhein-Westfalen und Steinburg in Schleswig-Holstein betroffen.

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Im Landkreis Sonneberg in Südthüringen lag der Wert mit Stand von Sonntagvormittag (10 Uhr) bei 66,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, wie der Sprecher des Landratsamts, Michael Volk, mitteilte. Insgesamt seien bis zu diesem Zeitpunkt 155 Infektionen im Landkreis nachgewiesen worden. Ein Infektionsschwerpunkt sei ein Krankenhaus in Sonneberg. Aber auch außerhalb des Krankenhauses gebe es Neuinfektionen im Landkreis, betonte Volk.

In der bayerischen Stadt Rosenheim ist die Infektionen-Obergrenze bereits zum zweiten Mal binnen einer Woche überschritten worden. Der Wert habe am heutigen Sonntag bei 50,5 gelegen, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen mit. Die aktuell erneut gestiegenen Fallzahlen seien durch eine Reihentestung in einer Asylbewerberunterkunft zu erklären, teilte das Landesamt mit.

Mit 74,4 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner war der Landkreis Greiz bundesweit die erste Region, in der der offiziell kritische Wert überschritten wurde. Die Quote für Greiz lag am Sonntag (Stand 10 Uhr) nach Angaben der Thüringer Staatskanzlei bei 75,4. Im schleswig-holsteinischen Kreis Steinburg gibt es aktuell 62,4 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. In Coesfeld in Nordrhein-Westfalen liegt der Wert bei 85,0.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa