Panorama

Vierjährige in Winnyzja getötet Mutter Iryna weiß noch nichts von Lizas Tod

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Liza und ihre Mutter Iryna: Ihr Schicksal sorgt weltweit für Entsetzen.

(Foto: Instagram)

In der gesamten Ukraine - und darüber hinaus - löst der Tod der vierjährigen Liza aus Winnyzja durch russische Raketen Empörung aus. Die Anteilnahme ist riesig. Doch ihre Mutter Iryna ahnt davon nichts. Sie kämpft in einer Klinik um ihr Leben, ohne zu wissen, was mit ihrem Kind passiert ist.

Die Mutter der bei einem Raketenangriff auf die ukrainische Stadt Winnyzja getöteten vierjährigen Liza weiß noch nichts vom Tod ihres Kindes. Wie ukrainische Medien unter Berufung auf die Großmutter des Mädchens berichten, wollen die Ärzte des Krankenhauses, in dem Iryna Dmitrieva behandelt wird, der jungen Frau noch nicht die Wahrheit über das Schicksal ihrer Tochter sagen. Laut dem russischsprachigen Sender Current Time TV wollen sie nicht, dass Iryna die Motivation verliert, für ihr Leben zu kämpfen.

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Drei Kinder kamen bei dem Raketenangriff ums Leben.

(Foto: dpa)

"Wenn sie es wüsste, würden wir sie verlieren", sagte Chefarzt Oleksandr Fomin. Ihm zufolge verlor Iryna bei dem Angriff nicht nur ihr Bein, sondern erlitt auch ernsthafte innere Verletzungen der Leber, Milz sowie Verbrennungen. Offenbar war Iryna vor dem Raketeneinschlag mit ihrer Tochter, die das Down-Syndrom hatte, bei einer Sprechtherapie im Medizinzentrum der Stadt. Gegen 11 Uhr schlugen dort drei russische Raketen ein, töten insgesamt 23 Menschen - darunter neben Liza noch zwei weitere Kinder.

An der Stelle, an der Liza starb, legten zahlreiche Menschen Blumen und Kuscheltiere ab. Ihr Tod hat das ganze Land erschüttert. Auch die ukrainische First Lady, Olena Selenska, hatte dem Mädchen in den sozialen Medien eine Widmung geschrieben. "Ich will nicht alle Worte niederschreiben, die ich an jene richten will, die sie getötet haben", so die Ehefrau von Wolodymyr Selenskyj. "Ich möchte euch lieber von Liza berichten." Die Vierjährige sei ein aufgewecktes, aufrichtiges, fröhliches Kind gewesen, das in Liebe aufgewachsen sei. "Ich weine mit ihren Liebsten."

Auch die Bundesregierung zeigte sich schockiert von dem Angriff und forderte von Moskau den sofortigen Stopp von Angriffen auf zivile Einrichtungen. Der Beschuss von Winnyzja sei ein "Akt der Grausamkeit", sagte Vizeregierungssprecher Wolfgang Büchner in Berlin. "Die Stadt Winnyzja liegt weitab jeglicher Frontlinien. Der russische Angriff traf die ukrainische Zivilbevölkerung und zeigt einmal mehr, dass Russland in diesem Krieg massiv gegen die Regeln des Völkerrechts verstößt."

Russland wies dagegen die Vorwürfe eines Angriffs auf Zivilisten zurück. Es sei ein Treffen von hochrangigen ukrainischen Armee-Kommandeuren "mit Vertretern ausländischer Waffenlieferanten" angegriffen worden, erklärte das russische Verteidigungsministerium am Freitag. "Dabei wurden die Teilnehmer des Treffens eliminiert."

Quelle: ntv.de, jug/AFP

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