Panorama

Eingesperrt und gequält Obdachloser neun Tage lang misshandelt

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Der mutmaßliche Täter kannte den Wohnungslosen vermutlich von einem früheren Trinkgelage.

(Foto: dpa)

Ein Mann lockt einen Obdachlosen mit einer perfiden Masche in eine Wohnung: Er bietet ihm einen Schlafplatz an. Doch die vermeintlich gute Tat wird zum Martyrium: Der Wohnungslose wird gefangen gehalten und schwer misshandelt. Erst nach neun Tagen gelingt ihm die Flucht.

Über neun Tage lang soll ein 38-Jähriger aus Rostock einen anderen Mann in einer Wohnung gefangen gehalten und schwer misshandelt haben. Der Tatverdächtige sei in Untersuchungshaft genommen worden, nachdem das 42 Jahre alte Opfer sich selbst befreien und fliehen konnte, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zuvor hatten verschiedene Medien darüber berichtet.

Der 38-Jährige soll dem Opfer - einem Wohnungslosen, den er wohl von früheren Trinkgelagen kannte - angeboten haben, in der Wohnung einer gemeinsamen Bekannten in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Rostock-Evershagen unterzukommen. Dort wohnte der Mann laut "Ostsee-Zeitung" zum Zeitpunkt der Tat Ende Juni ebenfalls. Statt ihm einen Platz zum Schlafen zu geben, soll er den 42-Jährigen jedoch eingesperrt, mit einer Flasche mehrfach auf den Kopf geschlagen und körperlich misshandelt haben. Zeitweise soll auch die Bekannte der Männer dabei gewesen sein.

Der gefangene Mann erlitt durch die schweren Misshandlungen laut Polizei mehrere Knochenbrüche im Gesichtsbereich. Zum Zeitpunkt seiner Flucht - neun Tage nach Beginn des Martyriums - war er offenbar allein in der Wohnung eingesperrt. Harald Nowack, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, bestätigte "der Schweriner Volkszeitung", dass sich der 42-Jährige selbst befreien konnte. "Er fand den Wohnungsschlüssel", so Nowack. Der schwer verletzte und stark blutende Mann konnte sich in eine nahegelegene Klinik retten. Dort wurde schließlich die Polizei alarmiert. 

Am frühen Morgen wurde der verdächtige 38-Jährige nun festgenommen und einem Haftrichter vorgeführt. Er ist bei der Polizei bereits wegen anderen Gewaltdelikten bekannt. Gegen ihn wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung ermittelt. Nähere Hintergründe zur Tat sind noch unklar und werden derzeit ermittelt.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa