Panorama

Nach jahrelanger Sex-Flaute Pandas nutzen Parkschließung zur Paarung

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Gemeinsam Eistorte essen - wie hier 2008 - ging klar. Näher kamen sich Le Le (links) und Ying Ying bisher aber nicht.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Seit nunmehr zehn Jahren hofft man im Hongkonger Zoo darauf, dass sich die Pandas Ying Ying und Le Le näher kommen und für Nachwuchs sorgen - vergeblich. Doch kaum sind wegen der Corona-Krise die Zuschauer weg, kommen die Pandas in Stimmung.

In the Mood for Love: Das Pandapaar Ying Ying und Le Le hat die ungewöhnliche Stille in einem Tierpark von Hongkong zur Paarung genutzt. Obwohl die beiden Tiere schon seit 2007 im Ocean Park leben und seit 2010 versucht wird, sie auf natürlichem Wege zur Fortpflanzung zu bewegen, brauchte es erst die Parkschließung aufgrund der Corona-Krise, um Ying Ying und Le Le in die richtige Stimmung zu versetzen.

Der Zoo veröffentlichte Fotos der beiden Pandas, auf dem sie sich umklammern und paaren, ohne dass zahlreiche Augenpaare und Kameras von Zoobesuchern auf sie gerichtet sind. Pandas gelten als ausgesprochene Sexmuffel, vor allem in Gefangenschaft. Doch in der diesjährigen Paarungszeit, die von März bis Mai dauert, entwickelten Le Le und Ying Ying plötzlich Interesse aneinander.

"Seit Ende März verbringt Ying Ying mehr Zeit im Wasser, um zu spielen, während Le Le Duftmarken in seinem Revier hinterlässt und das Gelände nach Ying Yings Duft absucht", teilte der Park mit. Dieses Verhalten sei typisch für die Paarungszeit.

Hormonschwankungen frühestens im Juni

Experten werden nun nach Anzeichen für eine Trächtigkeit bei Ying Ying Ausschau halten. Dafür brauchen sie womöglich Geduld, da die Tragzeit bei Pandas zwischen 72 und 324 Tagen beträgt. Eindeutig Klarheit kann erst ein Ultraschall 14 bis 17 Tage vor der Geburt bringen. Sollte es erfolgreich zur Befruchtung gekommen sein, könnte Ying Ying frühestens im Juni Hormonschwankungen und Verhaltensänderungen zeigen.

Die Nachricht von den Paarungsversuchen Le Les und Ying Yings gehört zu den vielfach ersehnten guten Nachrichten in Hongkong. Die chinesische Sonderverwaltungszone leidet wegen der Corona-Krise unter einer Rezession, und es gelten Ausgangsbeschränkungen. Der Ocean Park ist wegen der Pandemie schon seit Ende Januar geschlossen.

Quelle: ntv.de, ftü/AFP