Panorama

Gefängnisausbruch auf Haiti Polizei jagt mehr als 200 flüchtige Häftlinge

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Einige Insassen konnte die Polizei direkt nach dem Ausbruch wieder festnehmen.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Rund 400 Häftlinge türmen bei einem Massenausbruch aus einem Gefängnis nahe Haitis Hauptstadt Port-au-Prince. Mehrere Menschen kommen dabei ums Leben, darunter auch Zivilisten. Vielen Gefangene sind noch auf der Flucht. Es ist nicht der erste Ausbruch aus der Anstalt.

Einen Tag nach einem Massenausbruch aus einem Gefängnis in Haiti sind inzwischen 25 Todesopfer gezählt worden. Darunter waren sechs Häftlinge, wie ein Sprecher der Regierung des Karibikstaates am Freitag bei einer Pressekonferenz mitteilte. Außerdem kamen mehrere Zivilisten ums Leben, die von den Ausbrechern auf Ihrer Flucht getötet worden waren. Es seien noch über 200 Insassen auf der Flucht, 60 weitere seien inzwischen wieder gefasst. "Manche von ihnen tragen Handschellen, sie werden nicht weit kommen", so der Sprecher.

Er erklärte außerdem, dass der aus der Haftanstalt geflohene Chef einer berüchtigten Bande, Anel Joseph, am Freitag gut 100 Kilometer nordwestlich des Gefängnisses getötet worden sei, nachdem er Polizisten angegriffen habe. Unter den Toten ist auch der Direktor des Hochsicherheitsgefängnisses in Croix-des-Bouquets, einem Vorort der Hauptstadt Port-au-Prince.

Insgesamt waren rund 400 Insassen am Donnerstag aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Croix-des-Bouquets nahe der Hauptstadt Port-au-Prince ausgebrochen. Bis Freitag wurde etwa die Hälfte der Ausbrecher wieder festgenommen. Die Haftanstalt ist für maximal 872 Häftlinge ausgerichtet. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs waren dort jedoch mit 1542 fast doppelt so viele Insassen untergebracht. Aus dem Gefängnis waren bereits im Jahr 2014 Dutzende Insassen geflohen. Damals hatten bewaffnete Angreifer inhaftierte Komplizen befreit.

Quelle: ntv.de, jhe/dpa/ AFP