Panorama

Gefahr falscher Sicherheit RKI-Chef: Masken schützen nicht den Träger

Das Robert-Koch-Institut warnt davor, dass Masken dem Träger suggerieren, geschützt zu sein. Tatsächlich aber schützen sie eher die anderen. Zudem müssten sie sorgsam getragen werden. Die bisherigen Empfehlungen im Umgang mit anderen Menschen bleiben unverändert wichtig.

In der Debatte über die Wirksamkeit von Mund-Nasen-Schutz erinnert das Robert-Koch-Institut daran, das Wichtigste, um sich und andere zu schützen, bleiben mindestens 1,5 Meter Abstand und eine "gute Händehygiene". RKI-Chef Lothar Wieler sagte: "Stoffmasken oder Behelfsmasken könnten Tröpfchen zurückhalten." Dadurch könnte nicht der Maskenträger, sondern andere geschützt werden.

Im Supermarkt oder im öffentlichen Nahverkehr könne das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes unter Umständen verhindern, andere anzustecken, sagte er weiter. Vor allem, wenn man erkrankt sei, aber keine Symptome habe. Wieler betonte: "Wer krank ist und Symptome hat, muss unbedingt zu Hause bleiben." Auch mit Textilmasken sollen sich Erkrankte nicht nach draußen begeben.

Ganz wichtig sei, dass die Maske richtig passt, also eng anliege. Ansonsten müsse man sich zu oft ins Gesicht fassen, was wegen der Ansteckungsgefahr unbedingt vermieden werden soll. Außerdem müsste der Mund-Nase-Schutz laut Wieler nach Durchfeuchtung gewechselt werden. Das Schlimmste was passieren könnte, sei, sich durch das Tragen der Maske "in falscher Sicherheit zu wiegen". Der Abstand zu anderen Menschen müsse trotzdem eingehalten werden.

Wieler: Keine Änderung der bisherigen Empfehlungen

Der RKI-Chef nannte seine Ausführungen zum Mund-Nase-Schutz ausdrücklich keine Änderung der bisherigen Empfehlungen. Zuvor hatte das Institut das Tragen von Masken nur Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen empfohlen. Es gebe keine hinreichenden Belege dazu, dass das Tragen einer Behelfsmaske vor einer Ansteckung schütze, wiederholte er.

Zugleich plädierte Wieler für eine höhere Taktung im öffentlichen Nahverkehr. "Es ist wichtig, dass Menschen auch dort Abstand halten", sagte er. Wo möglich, sollten deshalb mehr Waggons eingesetzt werden oder Züge häufiger fahren. Dabei sei es zudem wichtig, dass sich die Menschen in den Abteilen gleichmäßig verteilen, um den Abstand zu anderen Fahrgästen zu wahren.

Die Zahl der aktuell Infizierten in Deutschland bezifferte Wieler auf 80.000. Ingesamt 1017 Menschen seien bisher an den Folgen des Virus gestorben. Die Fallzunahme sei in etwa so hoch wie am Tag zuvor. Aktuell steige wie erwartet die Sterberate. Wieler teilte mit, die Strategie des RKI sei weiterhin, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.

Quelle: ntv.de, ibu

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