Panorama

Am Rande einer Umweltkatastrophe Rohöl droht Ostküste Chinas zu verseuchen

Wenn das Öl des Tankers in Wasser gerät, führt das zu einer großflächigen Wasserverschmutzung.

Wenn das Öl des Tankers ins Wasser gerät, wird eine großflächige Umweltverschmutzung die Folge sein.

(Foto: imago/Xinhua)

Das Schiffsunglück der "Sanchi" könnte in einem Umweltdesaster enden. Tagelang schon lodert auf dem Tanker vor der chinesischen Küste das Feuer. Die chinesischen Behörden wappnen sich für jedes Szenario.

Drei Tage nach der Havarie eines iranischen Öltankers ist die Gefahr vor der Küste Chinas nicht gebannt: Chinesische Einsatzkräfte bemühten sich nach Kräften, ein Auslaufen des geladenen Rohöls zu verhindern. Wie das Verkehrsministerium in Peking am Dienstag mitteilte, steht der am Samstag verunglückte Tanker nach wie vor in Brand. Seit Montag sind mehrere Schiffe im Einsatz.

"Solange das Schiff in Brand steht, ist zu erwarten, dass viel Öl verbrennen wird, anstatt ins Wasser zu gelangen", teilte Greenpeace Ostasien in einer Stellungnahme an AFP mit. "Wenn das Schiff allerdings sinkt bevor das Öl verbrannt ist, wird der Reinigungsprozess extrem schwierig", hieß es weiter.

Die "Sanchi" hatte 136.000 Tonnen Rohöl an Bord, als sie am Samstag etwa 300 Kilometer östlich von Shanghai mit einem Frachtschiff zusammenstieß und Feuer fing. Sollte die gesamte Fracht des unter panamaischer Flagge fahrenden, 274 Meter langen Öltankers auslaufen, wäre das Ergebnis der größte von einem Schiff verursachte Ölteppich seit Jahrzehnten. Das Öl könnte großflächig maritimes Leben töten, wie Experten sagten.

China bereitet sich für jedes Szenario vor

Das chinesische Außenministerium erklärte, vorsorglich seien Spezialschiffe, die eine Ölpest bekämpfen könnten, in Stellung gebracht worden. Auch Schutzanzüge, Atemmasken und Messgeräte wurden zum Unglücksort geschickt.

Zudem weiteten die chinesischen Behörden die Suche nach 31 vermissten Besatzungsmitgliedern des Tankers aus. 13 Rettungsboote seien "ununterbrochen" auf Suche, teilte das Verkehrsministerium mit. Regen, Wind und Wellen behinderten jedoch die Bemühungen der Rettungskräfte. An der Suche beteiligte sich auch ein US-Militärflugzeug vom US-Stützpunkt im japanischen Okinawa.

Nach einer "vorläufigen Einschätzung" des Ministeriums handelt es sich bei dem schon geborgenen Toten um eines der Besatzungsmitglieder. Der Tanker hatte 30 Seeleute aus dem Iran und zwei aus Bangladesch an Bord. Er war auf dem Weg nach Südkorea.

Die "Sanchi" gehört zur National Iranian Tanker Company (NITC). Es ist bereits der zweite Unfall eines NITC-Tankers innerhalb von zwei Jahren. Im August 2016 war ein iranischer Supertanker in der Straße von Singapur mit einem Frachter kollidiert. Umweltschäden oder Verletzte gab es nicht.

Quelle: n-tv.de, ftö/afp

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