Panorama

Appell von Ärztegewerkschaft Schutzkleidung von deutschen Ingenieuren?

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Die Verfügbarkeit von Schutzmasken wird nach Angaben des Marburger Bundes seit Wochen knapper.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Wochen beklagen Ärzte den mangelnden Nachschub an Schutzausrüstung. Um trotzdem genügend Atemmasken zur Verfügung zu haben, wendet sich die Gewerkschaft Marburger Bund an die Ingenieure in Deutschland - sie sollen selbst in die Produktion einsteigen.

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert, dass Deutschland die dringend benötigte Schutzkleidung selbst in großem Umfang produziert. Dafür müssten Gesundheitsminister Jens Spahn und Wirtschaftsminister Peter Altmaier den gesetzlichen Rahmen schaffen, sagte die erste Vorsitzende Susanne Johna dem SWR. "Wir sehen dieses Problem der knappen Schutzkleidung, der knappen Atemmasken jetzt seit vier Wochen auf uns zukommen." Man habe sich darauf verlassen, dass man reichlich beliefert werde. "Leider hat das aber bisher nicht stattgefunden. Es sind sehr viele Tropfen auf den heißen Stein passiert."

Jetzt brauche es die Unterstützung der Industrie und unkonventionelle Lösungen, um möglichst schnell in Deutschland große Mengen produzieren zu können, sagte Johna. Die Voraussetzungen gebe es: "Wir sind nicht nur das Land der Dichter und Denker, sondern auch der Ingenieure und Maschinenbauer." Wenn man den ganzen Fokus darauf setze, sei das relativ schnell möglich.

Johna sieht Deutschland noch deutlich entfernt von Zuständen wie in Italien oder Spanien. "Wir haben zurzeit noch Intensivkapazitäten und auch reichlich Kapazitäten auf den Normalstationen", sagte Johna dem SWR. Wenn die Zahlen jedoch unvermindert weiter ansteigen sollten, dann seien auch die Kapazitäten in Deutschland irgendwann ausgeschöpft.

Hilfe bei der Herstellung von medizinischer Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten könnte es aus der deutschen Automobilindustrie geben, wie der Branchenverband VDA mitteilt. Viele Unternehmen seien auf der Suche, wie sie bei der Produktion etwa von Schutzkleidung, Mundschutz und Beatmungsgeräten helfen könnten, sagt VDA-Präsidentin Hildegard Müller in der ARD. Allerdings sei gerade die Fertigung von Beatmungsgeräten ein sehr komplexer Vorgang. Die Branche überlege, wie sie die Produktion auch über Ersatzteile unterstützen könne. Der Austausch auch mit der Politik laufe sehr gut.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa/rts

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