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Blick auf den Gletscher Perito Moreno bei Beginn des Zusammenbruchs der Gletscherfront.
Blick auf den Gletscher Perito Moreno bei Beginn des Zusammenbruchs der Gletscherfront.(Foto: picture alliance / Walter Diaz/)
Mittwoch, 31. Oktober 2018

Milliarden-Spende für die Umwelt: Schweizer will weltweit Land aufkaufen

Ein Schweizer Superreicher kündigt an, in den kommenden zehn Jahren eine Milliarde US-Dollar zu spenden, damit Land unter Schutz gestellt werden kann. Der in den USA lebende Philantrop gibt damit einen beträchtlichen Teil seines Vermögens weg.

Angesichts fortschreitender Umweltzerstörung will der Schweizer Milliardär Hansjörg Wyss weltweit im großen Stil Land aufkaufen, um es unter Schutz zu stellen. In der "New York Times" kündigt der in den USA lebende Philantrop an, in den kommenden Jahren zu diesem Zweck eine Milliarde US-Dollar zu spenden. Sein Ziel sei es, dass bis 2030 insgesamt 30 Prozent der Erdoberfläche unter Schutz stehen. Mit seinen Spenden wolle er Initiativen unterstützen, die sich weltweit dafür einsetzen. Außerdem will er darauf dringen, die weltweiten Ziele für den Schutz von Land und Ozeanen auszuweiten und das Problem noch stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Hansjörg Wyss.
Hansjörg Wyss.(Foto: picture alliance / dpa)

Der Klimawandel bedrohe Ökosysteme auf dem gesamten Planeten, schreibt er. Trinkwasservorräte seien in Gefahr, weil der Abbau fossiler Brennstoffe sich immer weiter "in die Wildnis" fresse. Als Beispiele für schützenswerte Gebiete nennt Wyss Korallenriffe in der Karibik, Gletscher in Argentinien und den "Platz der Elefanten" in Simbabwe. "Ich glaube, dieses ehrgeizige Ziel ist erreichbar, weil ich gesehen habe, was erreicht werden kann", schreibt er.

In den vergangenen 20 Jahren habe seine Stiftung bereits mehr als 450 Millionen US-Dollar in ähnliche Projekte in Afrika, Europa, Nord- und Südamerika gesteckt. Seine Inspiration dabei sei die "amerikanische Idee" des Nationalparks. So wie etwa der Yellowstone-Nationalpark oder der Grand Canyon sollen die künftigen Schutzgebiete Touristen anlocken und so zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum führen.

Er verbindet seine Ankündigung mit einem Aufruf an Politiker, sich bei der kommenden UN-Konferenz in Ägypten zum Schutz der Biodiversität ebenfalls für das Ziel einzusetzen, 30 Prozent der Erdoberfläche unter Schutz zu stellen. Derzeit sei das erst für 15 Prozent der Landmasse und bei 7 Prozent der Weltmeere der Fall. Wissenschaftlern zufolge müsse aber die Hälfte der Erde unter Schutz stehen, so Wyss.

Der Schweizer lebt heute im US-Bundesstaat Wyoming. Die Idee von Nationalparks habe ihn schon in den 1950er-Jahren begeistert, als er durch die Rocky Mountains wanderte. Der heute 83-Jährige wurde in Bern geboren und baute in den Vereinigten Staaten die Orthopädie-Firma Synthes auf, die er an den US-Konzern Johnson & Johnson verkaufte. Seitdem tritt er als Förderer von medizinischen Forschungen und des Umweltschutzes auf. Auf der "Forbes"-Liste der reichsten Menschen belegt er 2018 den 315. Platz. Demnach beläuft sich sein Vermögen auf 5,8 Milliarden US-Dollar.

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Quelle: n-tv.de