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Sauen sollen auf manchen Höfen möglichst viele Ferkel bekommen - auch mehr als die Muttertiere Zitzen haben.
Sauen sollen auf manchen Höfen möglichst viele Ferkel bekommen - auch mehr als die Muttertiere Zitzen haben.
Montag, 06. Januar 2014

BUND fordert Verbot: Sexualhormone für Sauen schaden Umwelt

Mit 26 verschiedenen Hormonen wollen manche Landwirte ihre Schweine zu Gebärmaschinen aufputschen. Die Sexualzyklen der Sauen sollen gleichgeschaltet werden. "Fruchtbarkeitsmanagement" wird das genannt. Umweltschützer sind alarmiert.

Für Umweltschützer ist es eine Schweinerei: Sauen in konventioneller Haltung bekommen systematisch Hormone verabreicht. So soll die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaftsbetriebe verbessert werden, berichtete das NDR-Fernsehen. Der Sender beruft sich dabei auf eine Studie, die der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Auftrag gegeben hat. "Mit den Hormonen werden die Sexualzyklen der Sauen gleichgeschaltet", sagte dessen Landwirtschaftsexpertin Reinhild Benning. Die Umweltschützer warnten vor Umweltbelastungen und fordern ein Verbot der Hormone.

Die Präparate sollen sicherstellen, dass die Sauen möglichst gleichzeitig trächtig werden und ihre Ferkel zur Welt bringen. Möglichst zahlreich sollen diese zudem sein: Mit Hormonen können die Tiere laut Benning etwa 16 statt der üblichen 12 bis 13 Ferkel bekommen, haben aber normalerweise nur 14 Zitzen zur Ernährung der Jungtiere. Daher bestehe die Gefahr, dass Ferkel nicht versorgt werden können.

Neben tierschutzrechtlichen Problemen weist die Studie auch auf Umweltgefahren hin: Durch die Ausscheidungen der Tiere könnten die Hormone auch in die Umwelt gelangen. Nach Recherchen des NDR schließt auch das Umweltbundesamt Gefahren für die Umwelt nicht aus. Demnach gelten hormonelle Substanzen in der Umwelt als eine Ursache für den Rückgang von Amphibien.

"Es spricht niemand offen darüber"

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bestätigte dem Sender, dass Hormonpräparate hauptsächlich zur "Brunstsynchronisation oder Geburtseinleitung" eingesetzt werden. In der Sauenhaltung seien 26 hormonhaltige Präparate zugelassen. Sie müssten immer von einem Tierarzt verordnet werden. Der Grund müsse aber nicht unbedingt eine Erkrankung sein.

Dass Hormone in der Sauenhaltung genutzt werden, sei nicht neu, sagte Benning. "Es spricht nur niemand offen darüber. Oft wird nur von Fruchtbarkeitsmanagement gesprochen", sagte sie.

Die Studie "Zum Einsatz von Hormonen in der intensiven Schweinehaltung" des Agrarwirts Bernhard Hörning von der Fachhochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (Brandenburg) basiert auf einer Auswertung von Fachliteratur. Der BUND will sie an diesem Dienstag in Berlin vorstellen.

Quelle: n-tv.de