Panorama

In Höhle vor den Nazis verborgen So versteckten die Briten ihre Kunstschätze

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In Wales wurden die Kunstwerke gut versteckt.

(Foto: imago/Richard Wareham)

Im Zweiten Weltkrieg brachten die Briten ihre Kunstwerke aus der National Gallery vor den Nazis in Sicherheit. Gemälde von da Vinci und Rembrandt landeten ausgerechnet in einer Steinbruch-Höhle. Nun kommen neue Details dazu ans Licht.

Als die Nationalsozialisten in Europa wüteten und Großbritannien eine Invasion befürchtete, sind wertvolle Kunstwerke in einer Steinbruch-Höhle in Wales versteckt worden. Über den ausgeklügelten Plan hinter dem Versteck berichtet nun die BBC.

Das Gebirge Snowdonia in Wales liegt weit weg von der britischen Hauptstadt London - und war für die Briten somit der ideale Ort, um wertvolle Kunst aus der National Gallery vor Hitlers Truppen im Zweiten Weltkrieg zu verstecken. So befahl Premierminister Winston Churchill laut BBC im Jahr 1940 : "Versteckt sie in Höhlen und Kellern, kein Bild wird diese Insel verlassen."

An mehreren Orten wurden die Kunstwerke von da Vinci und Co gelagert, doch der Mysteriöseste lag demnach in einem Steinbruch im walisischen Gebirge. "Manod Quarry" schien unwirklich genug zu sein, sodass dort niemand solche Schätze vermuten würde. Suzanne Bosman, die ein Buch über die Galerie im Zweiten Weltkrieg geschrieben hat, berichtet der BBC, wie schwierig es war, alles geheim zu halten. "Außerdem musste die Höhle mit Backsteinen vorbereitet werden, um die Gemälde einzulagern", erklärt sie.

Das Versteck der bedeutenden Werke war eine Top-Secret-Aktion, die um jeden Preis geheim gehalten werden sollte, damit die Bilder - nicht wie anderswo in Europa - den Nazis in die Hände fallen würden. Heute werden von Nazis gestohlenen Schätze als "NS-Raubkunst" bezeichnet.

In Snowdonia gab es unter Steinen und Erdreich genug Platz, um in einer Höhle rund 2000 Kunstwerke zu lagern. Das Versteck hatte einen weiteren Vorteil: Es war nicht nur schwierig zu finden, sondern auch bombensicher für mögliche Angriffe der feindlichen Nationalsozialisten. Die größten Bilder wurden nach Angaben der National Gallery in sogenannten "Elefantenkisten" auf der Straße transportiert.

Die Transporte durfte nicht auffallen, sodass für kleinere Gemälde auch die normale Postsendung nach Wales genutzt wurde. Auch wenn niemand die Kunstschätze fand und sie den Krieg überstanden, mussten sie später wieder aufbereitet werden. Eine Höhle ist eben keine Galerie. Dennoch konnte mit dieser geheimnisvollen Aktion Kunstgeschichte vor Zerstörung und Raub geschützt werden. 

Quelle: n-tv.de, sgu

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