Panorama

Schließung wegen Corona-Fällen Tönnies will Lohnkosten erstattet bekommen

Auf dem Dach des Werksgeländes steht das Logo der Firma Tönnies in Form von zwei Kühen und einem Schwein. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild

Derzeit werden im Tönnies-Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück keine Tiere verarbeitet.

(Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild)

Nach einem massiven Corona-Ausbruch ist die Produktion des Schlachtbetriebs Tönnies geschlossen. Rund 1400 Mitarbeiter hatten sich mit dem Virus infiziert. Die Lohnkosten seiner Arbeiter möchten der Betrieb und weitere Subunternehmer nun erstattet bekommen.

Der Schlachtbetrieb Tönnies und weitere Subunternehmer haben beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) Anträge auf Erstattung von Lohnkosten durch das Land Nordrhein-Westfalen gestellt. Hintergrund sind Quarantäne-Maßnahmen nach dem massenhaften Fund von positiven Corona-Infektionen bei Tönnies-Arbeitern am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück.

Nach Angaben eines Sprechers des LWL werden die Anträge jetzt nach Eingang abgearbeitet. Um welche Summen es sich handelt und wann die Anträge bearbeitet werden, sei völlig offen, sagte Sprecher Markus Fischer. Das Infektionsschutzgesetz sieht die Erstattung vor, wenn Gesundheitsämter einen Betrieb schließen und Quarantäne anordnen. Über die Anträge von Tönnies hatte zuvor die "Neue Westfälische" online berichtet. Die Löhne müssen vorerst von den Unternehmen bezahlt werden und können mit bis zu einem Jahr rückwirkend erstattet werden.

Produktion bleibt noch geschlossen

Nach dem Corona-Massenausbruch war das riesige Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück vor drei Wochen - verfügt zunächst bis 17. Juli - geschlossen worden. Rund 1400 Arbeiter des Werks hatten sich nachweislich mit dem Virus infiziert. Vorübergehend waren Einschränkungen des öffentlichen Lebens für den Kreis Gütersloh und auch den Nachbarkreis Warendorf verhängt worden. Über die Wiederaufnahme der Produktion am Hauptstandort ist noch keine Entscheidung gefallen. Für eine Gesamtbewertung sei es noch zu früh, sagte die Detmolder Regierungspräsidentin Judith Pirscher (FDP) nach Beratungen über ein Hygienekonzept des Branchenführers am Donnerstag in Gütersloh.

Der Bonner Wissenschaftler Martin Exner hatte nach einer ersten Analyse die Luftumwälzung im Werk als möglichen Faktor für die Virusausbreitung benannt. Mit deren Hilfe wird die Atemluft der in der Zerlegung körperlich hart arbeitenden Mitarbeiter auf 6 bis 10 Grad gekühlt, um die Lebensmittel zu schützen. Die gekühlte Luft wurde dann bislang ohne Filter zurück in die Halle geführt.

Quelle: ntv.de, ter/dpa