Panorama

Schock für russische Eltern Totgeglaubtes Kind lebt im Waisenhaus

97291430.jpg

Die Eltern glaubten, der Junge sei tot.

(Foto: picture alliance / Arno Burgi/dp)

Sieben Jahre lang trauert ein russisches Paar um ihr Kind, das angeblich kurz nach der Geburt starb. Doch dann stellt sich heraus, dass es gar nicht tot ist. Die frohe Botschaft kommt ausgerechnet von einem Gerichtsvollzieher.

Ein russisches Elternpaar hat erst sieben Jahre nach der Geburt seines Kindes erfahren, dass der kleine Junge keineswegs, wie von ihnen angenommen, gestorben ist. Der Fall ereignete sich russischen Medien zufolge in der Stadt Wolgograd. Dort wurde das Kind 2011 geboren. Die Ärzte sagten der Mutter und dem Vater demnach, das Baby werde kaum eine Woche überleben.

Daraufhin unterschrieben die Eltern eine Verzichtserklärung und ließen den Jungen in der Obhut des Krankenhauses. Kurz darauf änderten sie jedoch ihre Meinung. Als sie ihr Kind im Krankenhaus wieder abholen wollten, wurde ihnen mitgeteilt, es sei bereits gestorben.

Doch das war offenbar keineswegs so. Denn Ende 2017 wurde dem Paar eine Rechnung über umgerechnet mehr als 3000 Euro zugestellt. Diese sollte ein Gerichtsvollzieher eintreiben. Da jedoch niemand zu Hause war, wurde kurzerhand das Bankkonto der Mutter gepfändet.

Am nächsten Tag erschien die Frau bei der Wolgograder Verwaltung, um herauszufinden, warum sie nicht an ihr Geld herankommt. Daraufhin legte ihr der Beamte die Rechnung eines Waisenhauses vor, in dem das Kind seit sieben Jahren lebt. Eine Sprecher der Behörde sagte: "Es wurde klar, dass dem Elternpaar die ganze Zeit versichert worden war, dass das Kind tot sei."

Die geschockten Eltern gingen daraufhin vor Gericht, um ihr Kind zurückzubekommen. Im November 2017 kehrte der Junge schließlich zu ihnen zurück. Noch ist unklar, ob die Familie gegen das Krankenhaus rechtliche Schritte unternehmen will. Die für Gerichtsvollzieher zuständige kommunale Behörde spricht von einer "wahren, großartigen Geschichte mit einem glücklichen Ende".

Quelle: n-tv.de, sba

Mehr zum Thema