Panorama

Abgestürztes Tankflugzeug US-Militär gibt "Hercules"-Crew auf

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Fliegende Tankstelle für Kampfjets und Hubschrauber: Die viermotorige KC-130 ist knapp 30 Meter lang, bis zu 80 Tonnen schwer und verfügt über eine Spannweite von gut 40 Metern.

(Foto: U.S. Marine Corps photo by Lance Cpl. Andrea Cleopatra Dickerson)

Sechs Tage nach dem Zusammenstoß zweier Militärmaschinen vor der Südküste Japans gibt es keine Hoffnung mehr, noch Überlebende zu finden. Helfer brechen ihre Such- und Rettungsaktion ab. Die fünf vermissten Crew-Mitglieder werden offiziell für tot erklärt.

Die Suchaktion im Meer vor der japanischen Küste erscheint aussichtslos: Das US-Militär, die japanische Marine und die Küstenwache haben ihre Suche nach fünf Besatzungsmitgliedern eines Tankflugzeugs vom Typ KC-130 "Hercules" eingestellt. Die Maschine war in der Nacht auf vergangenen Donnerstag während eines Übungseinsatzes über dem Meer mit einem zweisitzigen F/A-18-Kampfjet "Hornet" der US-Marines zusammengestoßen und abgestürzt. Die vermissten Flieger wurden nun offiziell für tot erklärt. Damit steigt die Zahl der Todesopfer der Kollision auf sechs.

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Blick aus der Heckklappe einer KC-130: Die "Hercules"-Variante der Marines betankt einen "Hornet"-Kampfjet (Archivbild).

(Foto: © U.S. Marine Corps photo by Cpl. Nicole Zurbrugg)

Die zweiköpfige Besatzung der an dem Zusammenstoß beteiligten "Hornet" konnte sich mit dem Schleudersitz aus ihrem abstürzenden Kampfjet retten. Einer der beiden Piloten wurde dank des automatisch aktivierten Peilsenders in seiner Seenotausstattung nach mehreren Stunden im Wasser treibend geortet und von der Besatzung eines japanischen Rettungshubschraubers aus dem Meer geborgen. Er überstand den Vorfall US-Angaben zufolge weitgehend unverletzt. Für den zweiten "Hornet"-Pilot kam dagegen jede Hilfe zu spät.

Die Besatzung des Propellerflugzeugs "Hercules", die bei den Fliegern des Marine Corps in einer Version als Tankflugzeug zum Einsatz kommt, galt zunächst noch als vermisst. Mit einem Großaufgebot an Schiffen, Hubschraubern und Seeaufklärern suchten Helfer des US-Militärs - darunter Einheiten der Navy, der Air Force und der Marines - unterstützt von den japanischen Streitkräften und der Küstenwache des Landes auf hoher See nach Hinweisen auf den Verbleib der fünf Crew-Mitglieder.

Mehrere Tonnen Treibstoff an Bord

Selbst unter idealen Bedingungen schwanden die Aussichten, noch Überlebende zu finden, von Stunde zu Stunde dahin. Schlechtes Wetter mit starkem Wind und Wellengang erschwerten die Suche. Ohnehin standen ihre Chancen schlecht: Selbst wenn es der Besatzung gelungen wäre, sich aus ihrer abstürzenden viermotorigen Maschine zu befreien, hätten etwaige Überlebende mehrere Tage und Nächte auf hoher See aushalten müssen.

Anders als der an dem Unfall beteiligte Kampfjet verfügt die KC-130 über keine Schleudersitze. Die Maschine kann in der Tankerversion bis zu 38 Tonnen Treibstoff aufnehmen. Sollte der Zusammenstoß mit der deutlich kleineren "Hornet" das Leitwerk oder gar die Tragflächen beschädigt haben, dürfte das bis zu 80 Tonnen schwere Flugzeug kaum noch zu kontrollieren gewesen sein.

Das US-Militär brach die Suche nach der fünfköpfigen Besatzung schließlich ab. "Schweren Herzens haben wir uns auf Bergungsoperationen verlagert", erklärte der Kommandant der in Japan stationierten US-Streitkräfte, Jerry Martinez, in einer zweisprachig verfassten, schriftlichen Stellungnahme. Wie genau es zu dem Zusammenstoß über dem Meer kommen konnte, ist noch unklar. Die Ermittlungen zum Unglückshergang dauern an. In ersten Stellungnahmen des Marine-Corps war von einem "Missgeschick" die Rede.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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