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Auch diejenigen, die während der Sommerferien in Deutschland bleiben, kommen wettertechnisch auf ihre Kosten.
Auch diejenigen, die während der Sommerferien in Deutschland bleiben, kommen wettertechnisch auf ihre Kosten.(Foto: picture alliance / Carsten Koall)
Donnerstag, 12. Juli 2018

Trotz einiger "Schönheitsfehler": Viel Sonne zum Start der Sommerferien

Noch regnet es in Teilen des Landes wie aus Kübeln. Diese wechselhafte Phase ändert sich aber zum Wochenende, wenn in Nordrhein-Westfalen die Sommerferien beginnen. Björn Alexander, n-tv Meteorologe, schafft heiße Aussichten.

Noch regnet es in Teilen des Landes wie aus Kübeln. Diese wechselhafte Phase ändert sich aber zum Wochenende, wenn in Nordrhein-Westfalen die Sommerferien beginnen. Björn Alexander, n-tv Meteorologe, schafft heiße Aussichten.

Hier in Berlin kübelte es vorhin wie aus Eimern. Ist das jetzt die Trendwende in Sachen Trockenheit?

Vielleicht eher eine kurze Verschnaufpause, was die Trockenheit angeht. Denn besonders im Osten hat es inzwischen ja einiges an Regen gegeben. Zum Teil sind dort sowie in Richtung Lüneburger Heide über 70 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

Das ist doch schon einiges.

Björn Alexander
Björn Alexander

Ja. Es gibt aber auch Regionen, die trotz der wechselhafteren Phase kaum Regen abbekommen haben. Beispielsweise der Niederrhein. Auch hier sind zwar einige Schauer niedergegangen. Jedoch reicht das bei Weitem nicht aus, um das Regendefizit der letzten Wochen beziehungsweise Monate auszugleichen. Es mindert höchstens die extreme Trockenheit der Ackerkrume, so dass es nicht mehr ganz so staubig ist.

Wie außergewöhnlich ist eigentlich eine derartig große Trockenheit?

Im Sommer kann das natürlich durchaus vorkommen und es ist insofern bezogen auf den Juni und den Juli normal. Das Problem ist in diesem Jahr allerdings das trocken-warme Frühjahr im April und Mai. Und insofern ist die Trockenheit in einigen Landesteilen so schlimm wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das betrifft besonders Teile der Nordhälfte, während die Regenbilanz im Süden deutlich ausgeglichener ist.

Wie hat sich die Waldbrandgefahr entwickelt?

Die Situation ist aktuell deutlich entspannter - besonders in der Nordosthälfte bis in den Mittelgebirgsraum. Allerdings ist das nur eine vorübergehende Entspannung. Denn zum Wochenende rollt die nächste Sommerwelle auf uns zu und damit steigt die Waldbrandgefahr spätestens am Sonntag und Montag wieder verbreitet auf Stufe 3 von 5. Zumal ein nachhaltiger Umschwung zu mehr Regen auch in der nächsten Woche nicht wirklich auszumachen ist. Stellenweise könnte dann zwar die Gewittergefahr ansteigen. Das sind aber aus heutiger Sicht eher punktuelle Ereignisse.

Trockenheit auf der einen Seite, Sonne und Wärme auf der anderen. Über Letzteres dürften sich besonders die Kinder freuen. Denn auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen geht es am Wochenende ja in die Sommerferien. Wie sind die Prognosen für die Daheimbleiber?

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Die können sich wirklich sehen lassen. Die heimischen Badeseen vermelden Wassertemperaturen von um die 20 bis 25 Grad. Und auch die Nahziele an Nord- und Ostsee schippern sonnigen Zeit entgegen. Dort sind es derzeit 18 bis 20 Grad im Wasser. Wen es eher in die Seen in Richtung Österreich und Schweiz zieht, der kann sich ebenfalls auf Wassertemperaturen von 18 bis 26 Grad freuen. Je nach Größe, Tiefe und Höhenlage des jeweiligen Sees.

Welche Temperaturen erwarten die Mittelmeer-Urlauber?

Dort liegen die Wassertemperaturen bei um die 23 bis 28 Grad. Etwas kühler ist das Nass rund um die Kanarischen Inseln bei 20 bis 22 Grad.

Dann schauen wir doch noch auf unser Wochenende hierzulande. Was sagen die Wetterkarten?

Dass es insgesamt ein wirklich tolles, weil sommerliches, Wochenende wird. Von ein paar Schönheitsfehlern mal abgesehen dominiert nämlich mehrheitlich die Sonne und die Temperaturen klettern wieder spürbar an.

Welche "Schönheitsfehler" bringen die freien Tage?

Besonders über den Bergen im Süden und im Bereich der Eifel können sich schon mal mächtigere Quellwolken zusammenbrauen, denen nachmittags und abends stellenweise Regengüsse sowie Blitz und Donner folgen. Dichtere Wolken dürften am Samstag ebenfalls die Nordseeküste streifen. Im großen Rest bleibt es aber schöner und sommerlich warm bis heiß. Oft klettern die Temperaturen auf 25 bis 32 Grad, wobei es am Rhein und seinen Nebenflüssen am heißesten ist.

Das könnte ja fast schon wieder zu warm sein.

Frischer kommen die Nordlichter durch das Wochenende. Vor allem direkt an der See mit Spitzenwerten um 20 Grad.

Wie geht es in der nächsten Woche weiter?

Nochmals heißer. Die Werte bringen es nämlich am Montag und Dienstag mit viel Sonne auf 23 bis 33 Grad. Nur vereinzelt sind über den Bergen dann noch Gewitter möglich.

Wie lange hält sich denn unser Dauersommer noch?

Das ist schwer zu sagen. Ansatzweise hatten die Wettermodelle in der zweiten Julihälfte zwar schon mal an einer Umstellung der Großwetterlage gearbeitet. Bisher sehe ich diesen Wechsel aber noch nicht wirklich kommen.

Quelle: n-tv.de