Panorama

Bröckel-Fassade in Manhattan Ziegel erschlägt Frau in New York

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Blick in die Straßenschluchten von New York City: In Manhattan, dem bekanntesten Stadtteil der US-Metropole, leben rund 1,6 Millionen Menschen. Im Großraum NYC sind es rund 19 Millionen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bizarres Unglück mitten in Manhattan: Von der Fassade eines Hochhauses löst sich ein Brocken und erschlägt eine nichtsahnende Passantin. Die Frau hat keine Chance. Als die Rettungskräfte eintreffen, ist sie bereits tot.

Eine New Yorkerin ist unweit des berühmten Times Square in New York von einem herabfallenden Fassadenteil erschlagen worden. Die 60-Jährige war den Berichten örtlicher Medien zufolge am Vormittag gegen 10.45 Uhr (Ortszeit, 16.45 MEZ) an der Ecke der siebten Avenue und 49. Straße zu Fuß unterwegs zu ihrem Büro, als sich an einem Hochhaus ein Gegenstand löste.

Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte leichter Nieselregen. Auf den der stark frequentierten Bürgersteigen des Büro- und Geschäftsviertels seien viele Passanten, so berichtet es die "New York Times", mit aufgespannten Regenschirmen unterwegs gewesen.

Das herabfallende Fassadenteil traf die Architektin offenbar ohne Vorwarnung. Sie brach auf dem Gehweg vor einem Nudelrestaurant zusammen. Geschockte Augenzeugen des Vorfalls alarmierten umgehend die Rettungskräfte. Doch als die Helfer vor Ort eintrafen, konnten sie nichts mehr für die Frau tun. Sie starb noch an der Unfallstelle.

Bauwerk mehr als 100 Jahre alt

Der Ort des Unglücks liegt nur wenige Gehminuten von den von Touristen aus aller Welt besuchten Straßenkreuzungen rund um den Times Square entfernt. Ersten Erkenntnissen zufolge stammt das tödliche Bruchstück von der Fassade eines 17-stöckigen Bürogebäudes. Die Eigentümer sollen von den lokalen Aufsichtsbehörden bereits vor Monaten darauf hingewiesen worden sein, die Vorgaben zur Sicherung der Fassade einzuhalten.

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Recherchen der "New York Times" ging es dabei um erkennbare Schäden an gemauerten Fassadenelementen im Bereich der vorspringenden Dachkante auf Höhe des 15. Stocks. Das fragliche Gebäude mit der Anschrift "729 Seventh Avenue" wurde demnach um 1915 errichtet, ist also fast 105 Jahre alt.

Die Verwarnung der Behörden vom vergangenen April soll mit einer Geldstrafe in niedriger vierstelliger Höhe verbunden gewesen sein. Der Eigentümer habe die Summe bezahlt, hieß es. Die angemahnten Sichernugs- und Renovierungsarbeiten waren offenbar bereits in die Wege geleitet. Jedenfalls wurden entsprechende Anträge des Eigentümers durch die Stadtverwaltung im November genehmigt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau wohl von einem Terrakotta-Ziegel getroffen wurde. "Es ist tragisch", sagte eine Sprecherin des New Yorker Baudezernats. Eine Untersuchung des Vorfalls sei bereits eingeleitet, hieß es. Unter Beobachtung stehen nun auch die übrigen Gebäude des betroffenen Investors - sowie alle übrigen Wolkenkratzer mit womöglich maroden Fassadenelementen. Allein in Manhattan gehören dem Eigentümer noch zwölf weitere Hochhäuser.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa