Politik

Trump und die "Fake News" Amerikaner verlieren Vertrauen in ihre Medien

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Not amused - US-Präsident Trump ärgert sich über Fragen und Berichte von Journalisten.

(Foto: REUTERS)

Immer mehr US-Amerikaner glauben, dass die großen Zeitungen und Fernsehsender politisch motivierte Falschmeldungen verbreiten. Und einer Umfrage zufolge gilt das nicht nur für die Anhänger von Präsident Trump.

Am Montag war es wieder so weit. US-Präsident Donald Trump griff die Medien an. "So lustig, diese Fake News Netzwerke zu beobachten", schrieb er bei Twitter und fügte hinzu, dass dort "einige der unehrlichsten Menschen" arbeiten würden, mit denen er je zu tun gehabt hätte. Trump nannte explizit die "parteiische" Sinclair Broardcasting Group, die mehr als 190 Sender in den USA betreibt. Er erwähnte auch CNN und die "noch falschere" NBC. "Ein totaler Witz".

Trump artikuliert mit solchen Äußerungen das Misstrauen vieler Bürger seines Landes. Und vielleicht befeuert er es damit auch ein Stück weiter. Das lässt zumindest eine Studie der Universität Monmouth in New Jersey erahnen.

77 Prozent der befragten US-Amerikaner sagten demnach, dass die großen Sender und Zeitungen "Fake News" berichten würden, ein massiver Vertrauensverlust im Vergleich zum Vorjahr. Damals stimmten dieser Aussage nur 63 Prozent der Befragten zu. Die Daten für die Umfrage wurden Anfang März ausschließlich unter Erwachsenen erhoben.

Was die Befragten genau unter "Fake News" verstehen, unterscheidet sich dabei. 65 Prozent stufen die Auswahl bestimmter Themen und inakkurate Berichterstattung entsprechend ein. 25 Prozent sprechen ausschließlich von Meldungen, die unwahre Informationen enthalten.

Wer nun glaubt, der Vertrauensverlust in die Medien betreffe vor allem das Lager der Trump-Anhänger, irrt sich. Unter Republikanern stieg der Anteil jener, die über "Fake News" klagen, von 79 auf 89 Prozent. Doch auch das Misstrauen von Anhängern der Demokraten nahm drastisch zu – von 43 auf 61 Prozent.

"Diese Erkenntnisse sind besorgniserregend, egal wie die Definition von Fake News ausfällt", sagte Patrick Murray, der Direktor des Umfrageinstituts der Monmouth-Universität. "Vertrauen in eine unabhängige vierte Gewalt ist ein Pfeiler einer gesunden Demokratie. Unsere scheint auf dem Weg auf die Intensivstation zu sein."

Einer gilt als noch unglaubwürdiger als die Medien

Besonders dramatisch erscheint vor dem Hintergrund der Rolle der Medien als vierte Gewalt: Ungefähr die Hälfte der US-Amerikaner nimmt die Verbreitung von Fake News als politisch motiviert wahr. 42 Prozent der Befragten sagten den Medienhäusern dabei eine Agenda nach. 7 Prozent sahen darin zumindest einen von mehreren Gründen. Nur 26 Prozent der US-Amerikaner führen die Verbreitung von Falschmeldungen dagegen auf schlechte Recherche und mangelnde Kontrollen durch die Redaktionen zurück.

Auch wenn Trump sich darüber freuen dürfte, dass der Großteil der US-Amerikaner seine Sicht auf die Medienwelt teilt, wird er sich über die Studie wohl ärgern. Denn noch weniger als in den Medien vertrauen die Bürger demnach ihrem Präsidenten.

48 Prozent der Befragten sagten, sie trauen eher CNN als Trump. Nur 35 Prozent sahen es anders herum. Die übrigen halten beide für gleich glaubwürdig. Der Vergleich von MSNBC, dem Nachrichtenkanal von NBC, und Trump geht mit 45 Prozent zu 32 Prozent zugunsten des linksliberalen Senders aus.

Das rechtsgerichtete Fox News, das zu Trumps Lieblingsmedien zählt, sticht etwas hervor. In keinem Vergleich schneidet Trump so gut ab. Ganze 37 Prozent glauben, dass Trump und der Sender gleich glaubwürdig sind. Aber 30 Prozent ziehen Fox News am Ende Trump vor. Nur 20 Prozent trauen dem Präsidenten und seinen Twitter-Botschaften mehr als den Journalisten aus New York.

Quelle: ntv.de

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