Politik

Nicht korrigierbar, irreparabel Armin Laschet bittet um Verzeihung

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"Das ist ein Schaden, den wir nicht wiedergutmachen können", so Armin Laschet.

(Foto: dpa)

"Wir Verantwortlichen in der Politik können die Angehörigen nur um Verzeihung bitten." Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident räumt Fehler in der Zeit der ersten Corona-Welle ein und entschuldigt sich bei denen, die Menschen verloren haben.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat gravierende Fehler der Politik während der Corona-Pandemie eingeräumt. "Im Frühling sind viele Menschen allein gestorben, weil die Heime abgeriegelt wurden", sagte Laschet dem "Spiegel". "Das ist ein Schaden, den wir nicht wiedergutmachen können. Irreparabel. Nicht korrigierbar. Da können wir Verantwortlichen in der Politik die Angehörigen nur um Verzeihung bitten."

Trotz der aktuell hohen Infektionszahlen in Alten- und Pflegeheimen will der CDU-Politiker die Einrichtungen für Besucher offen halten, besonders über die Weihnachtstage: "Menschen in Heimen sterben nicht nur am Virus. Manche sterben auch, weil sie den Lebensmut verloren haben, sie sterben aus Einsamkeit."

Vor ein paar Tagen noch hatte Laschet sich gegen ein Verbot der Präsenz-Gottesdienste an Weihnachten ausgesprochen. Es gebe eine Absprache der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin, die Präsenz-Gottesdienste unter Einhaltung strenger Hygiene-Auflagen zuzulassen, so Laschet am Dienstag in Düsseldorf. Er appellierte allerdings an die Freikirchen: Dort seien die Hygieneauflagen nicht immer eingehalten worden. "Halten sie sich an die geltenden Regeln", sagte Laschet. Er selbst werde an keiner Christmette teilnehmen.

Sein Vize, Minister Joachim Stamp (FDP), hatte die Kirchen zuvor aufgerufen, deutschlandweit alle Präsenzgottesdienste an Weihnachten abzusagen. "Die völlig unabsehbare Entwicklung der Pandemie und die Nöte auf den Intensivstationen in vielen Teilen Deutschlands" machten dies seiner Meinung nach unausweichlich, so Stamp.

Eine schwierige Situation in der Weihnachtszeit: Katholische Bistümer in Nordrhein-Westfalen lehnen einen kompletten Verzicht auf Präsenzgottesdienste ab. Pfarrer Antonius Hamers vom Katholischen Büro NRW hatte am Montag der dpa gesagt, er habe am Vortag Kontakt mit der Düsseldorfer Staatskanzlei gehabt und in Absprache mit den fünf katholischen Bistümern in NRW erklärt, dass ein genereller Verzicht auf Präsenzgottesdienste für sie nicht infrage komme.

Quelle: ntv.de, soe/dpa