Politik

Nach Berg-Karabach-Krieg Aserbaidschan übergibt 15 Kriegsgefangene

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Im Herbst 2020 brach der Konflikt um die Region Berg-Karabach zwischen Armenien und Aserbaidschan erneut aus.

(Foto: picture alliance/dpa/ZUMA Wire)

Aserbaidschan gibt 15 Kriegsgefangene an Armenien zurück. Im Gegenzug erhalten sie eine Karte mit Minen, die armenische Soldaten in einer besetzten Ortschaft gelegt hatten. Die Übergabe kommt zu rechten Zeit, denn am Sonntag soll der armenische Präsident im Amt bestätigt werden.

Eine Woche vor der vorgezogenen Parlamentswahl in Armenien hat Aserbaidschan 15 Kriegsgefangene an das Nachbarland übergeben. Sie seien an der Grenze unter Teilnahme von Vertretern aus Georgien freigelassen worden, teilte das aserbaidschanische Außenministerium in der Hauptstadt Baku mit. Im Gegenzug habe Armenien eine Karte mit Minen überreicht, die an einer vormals von armenischen Soldaten besetzten Ortschaft verlegt worden waren.

Armenien hat mehr als ein halbes Jahr nach dem Ende der Kämpfe um die Konfliktregion Berg-Karabach dem Nachbarland Aserbaidschan mehrfach vorgeworfen, trotz mehrerer Austausche nicht alle Kriegsgefangenen freigelassen zu haben. Aserbaidschan erklärte, seine Verpflichtungen erfüllt zu haben. Allerdings fielen diejenigen Soldaten nicht unter diese Vereinbarung, die Armenien nach dem Ende der Kampfhandlungen in "Gebiete von Aserbaidschan geschickt" habe, hieß es in Baku.

In dem Krieg vom 27. September bis 9. November 2020 um Berg-Karabach hatte sich Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 1990er Jahre verlorenen Gebiets zurückgeholt. Mehr als 6000 Menschen starben bei den Kämpfen. Der Krieg hatte in Armenien eine politische Krise ausgelöst. Der unter Druck geratene Regierungschef Nikol Paschinjan will sich am Sonntag nächster Woche im Amt bestätigen lassen.

US-Außenminister Antony Blinken begrüßte in einer Mitteilung sowohl die Freilassung der Kriegsgefangenen als auch die Bereitstellung der Informationen für die Räumung der Minen. "Wir fordern weiterhin die Rückkehr aller Gefangenen und sind bereit, die Länder in der Regierung bei ihren Bemühungen zu unterstützen, die Kooperation fortzusetzen und ungeklärte Probleme zu lösen", fügte Blinken hinzu. Der US-Chefdiplomat forderte Armenien und Aserbaidschan zudem dazu auf, wieder in Verhandlungen miteinander zu treten, um eine "umfassende politische Lösung des Konflikts" auszuhandeln.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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