Politik

Verfahren wohl in Mariupol Asow-Kämpfern soll in Kürze Prozess gemacht werden

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Ukrainische Kämpfer aus dem Stahlwerk Asowstal ergeben sich nach monatelangen Kämpfen.

(Foto: IMAGO/SNA)

Den inhaftierten Asow-Kämpfern soll noch in diesem Sommer der Prozess gemacht werden. Dies sagt der Chef der selbsternannten "Volksrepublik" Donezk, Puschilin. Dort beklagen seine Kämpfer indes einen Angriff auf eine Brauerei - mit verheerenden Folgen.

Hunderten Kämpfern des Asow-Regiments soll nach Angaben des Chefs der Separatistenverwaltung der Region Donezk "noch vor Ende des Sommers" der Prozess gemacht werden. "Das erste Gerichtsverfahren wird wahrscheinlich in Mariupol stattfinden und noch vor Ende des Sommers abgehalten", sagt Denis Puschilin, Chef der selbsternannten "Volksrepublik", zu Reportern während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise. Medien und internationale Vertreter dürften dem Prozess beiwohnen. In Donezk haben die von Moskau unterstützten Machthaber die Todesstrafe wieder eingeführt.

Das Asow-Regiment erlangte internationale Aufmerksamkeit durch seinen Widerstand gegen die russische Belagerung des Stahlwerks von Mariupol. Nach wochenlangen erbitterten Kämpfen in den Bunkern und Tunneln ergaben sie sich im Mai den russischen Truppen.

Russland unterstellt, dass es sich bei den Asow-Kämpfern um Nazis handele. Tatsächlich rekrutierten sich viele Kämpfer in der Vergangenheit aus rechtsextremen Kreisen. Internationale Experten sind sich aber weitgehend einig darüber, dass Nationalisten und Rechtsradikale nur einen Bruchteil der ukrainischen Kämpfer ausmachen. Das Asow-Regiment ist gemessen an der Gesamtzahl der ukrainischen Truppen verschwindend klein. Schätzungen sprechen von 1500 bis 2500 Kämpfern. Die Gesamtzahl ukrainischer Soldaten wurde vor dem Krieg auf 250.000 bis 300.000 geschätzt, dazu kommen Hunderttausende Reservisten.

Ammoniak-Leck löst Großbrand aus

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Bei dem angeblichen Beschuss der Brauerei durch die Ukraine soll ein Mensch ums Leben gekommen sein.

(Foto: REUTERS)

Derweil beklagen die prorussischen Behörden in Donezk einen nächtlichen Angriff auf eine Brauerei. Dabei soll eine Leitung, durch die hochgiftiges Ammoniak fließt, durch eine Granate beschädigt worden sein. In der Folge entwickelte sich ein Feuer, das sich laut russischem Katastrophenschutzministerium auf eine Fläche von 600 Quadratmetern ausdehnte. Auf Bildern ist ein großes nächtliches Feuer zu sehen. Es gibt zudem Bilder, die am Boden liegende Opfer zeigt. Die prorussischen Behörden sprechen von einem Toten und zwei Verletzten. Zum Zeitpunkt des angeblichen Beschusses sollen sich rund 30 Menschen in der Brauerei aufgehalten haben.

Das Ausströmen von Ammoniak sei mittlerweile gestoppt. Die Bevölkerung wurde dennoch aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben, und die Fenster geschlossen zu halten. Ammoniak wird in Brauereien als Kühlmittel verwendet.

Quelle: ntv.de, als/rts/dpa

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