Politik

"Erhöhte Alarmbereitschaft" Athen schickt Marine wegen Türkei-Bohrung

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Die griechische Marine, hier bei einer Übung südlich von Athen, wurde wegen türkischer Bohrungen im Mittelmeer entsandt.

(Foto: REUTERS)

Griechenland entsendet Einheiten der Marine in die Ägäis wegen türkischer Gasbohrungen im Mittelmeer. Die Schiffe befänden sich in "erhöhter Alarmbereitschaft". Die EU-Kommission in Brüssel ruft die Türkei erneut zur Zurückhaltung auf.

Vor dem Hintergrund der Spannungen mit der Türkei wegen Gasbohrungen im Mittelmeer hat die griechische Marine ihre Schiffe in die Ägäis geschickt und in "erhöhte Alarmbereitschaft" versetzt. "Einheiten der Marine sind seit gestern im Süden und Südosten der Ägäis im Einsatz", hieß es aus griechischen Marinekreisen. Athen hatte schon am Dienstag dagegen protestiert, dass die Türkei Erkundungsfahrten südlich der griechischen Insel Kastellorizo angekündigt hat.

"Wir fordern die Türkei auf, ihre illegalen Aktivitäten, die unsere souveränen Rechte verletzen und Frieden und Sicherheit in der Region untergraben, unverzüglich einzustellen", hatte das griechische Außenministerium erklärt. Athen warnte vor einer weiteren Eskalation zwischen den Ländern, sollte die Türkei ihre Bohrschiffe nicht aus der Region abziehen, die zum griechischen Festlandsockel gehöre. Nach Angaben des Marinevertreters ist die griechische Marine bereit, auf "jegliche Aktivitäten" zu reagieren.

Griechenland rief Seeleute zudem dazu auf, eine von der Türkei erlassene maritime Einschränkung für die Ägäis-Region zu ignorieren. Wie das Büro des griechischen Ministerpräsidenten mitteilte, trifft sich Kyriakos Mitsotakis am Donnerstag und Freitag mit Vertretern der griechischen Parteien, um sie über "nationale Angelegenheiten" zu unterrichten.

EU bezeichnet türkisches Vorgehen als illegal

Seit der Entdeckung von reichen Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer, auch vor der Küste Zyperns, gibt es heftigen Streit um deren Ausbeutung. Sowohl die Republik Zypern als auch die Türkei erheben Anspruch auf das Seegebiet. Die Regierung in Ankara versucht Fakten zu schaffen, indem sie durch ein umstrittenes Seeabkommen mit Libyen die Grenzen ihres Seegebiets im östlichen Mittelmeer erheblich ausweiten will.

Griechenland und die EU bezeichnen das türkische Vorgehen als illegal. SPD-Bundesaußenminister Heiko Maas forderte die Türkei während seines Besuchs in Athen am Dienstag auf, die Gas- und Ölbohrungen im östlichen Mittelmeer zu beenden. Die Bundesregierung erwarte von Ankara, dass die Bohrungen vor der Küste Zyperns "beendet werden und dass auch keine weiteren - wo auch immer - begonnen werden", sagte Maas bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem griechischen Kollegen Nikos Dendias.

Die EU-Kommission in Brüssel rief die Türkei am Mittwoch erneut zur Zurückhaltung auf. Sprecherin Nabila Massrali forderte einen Dialog und Verhandlungen der beiden Nato-Länder.

Quelle: ntv.de, dbe/AFP