Politik

Zweifel an Gutachter Attentäter-Therapeut soll Fachkunde fehlen

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Der Attentäter von Ansbach wurde getötet, als die Bombe in seinem Rucksack explodierte.

(Foto: dpa)

Der Attentäter von Ansbach hatte massive psychische Probleme, obwohl er in psychologischer Behandlung war. Nun kommt heraus: Laut einem Bericht hatte der zuständige Therapeut offenbar nur unzureichende Fachkenntnisse.

An der Fachkompetenz des Lindauer Heilpraktikers Axel von Maltitz, der den Ansbacher Attentäter Mohammad D. therapierte, sind erhebliche Zweifel aufgekommen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" hatten mehrere Gerichte von Maltitz in der Vergangenheit als psychologischen Gutachter abgelehnt. Sie verwiesen darauf, dass es ihm an der notwendigen medizinischen Fach- und Sachkunde fehle.

So ließ das Verwaltungsgericht München im Juni in einem Asylverfahren Axel von Maltitz zwar als Beistand einer Klägerfamilie zu, jedoch ausdrücklich "nicht in Betreff medizinische Sachverhalte und Erkrankungen", wie die SZ aus dem Beschluss zitiert. Der Heilpraktiker habe "nicht die erforderliche Fachkunde und Sachkunde für medizinische Sachverhalte und Erkrankungen". Axel von Maltitz machte dazu auf Nachfrage des Blatts keine Angaben.

Die Universität Konstanz dementierte zudem gegenüber der SZ, dass sie mit von Maltitz fachlich zusammenarbeite. Dies hatte der Flüchtlingsverein Exilio so dargestellt, für den der Therapeut arbeitet und wo seine Frau als Geschäftsführerin fungiert.

Auch Ungereimheiten bei Flüchtlingsverein

Auch bei dem Verein selbst gibt es nach SZ-Informationen Ungereimtheiten. So soll der Vorsitzende bereits seit Jahren in Neuseeland leben. Zudem habe sich Geschäftsführerin Gisela von Maltitz weitreichende Vollmachten von Flüchtlingen ausstellen lassen. In wenigstens einem Fall habe ein Analphabet diese mit einem Kreuzchen statt seinem Namen unterzeichnet.

Der Landkreis Lindau stellte im Jahr 2015 die Zusammenarbeit mit Exilio bei der Asylsozialarbeit ein. Eine vernünftige Zusammenarbeit sei schon seit Jahren nicht mehr möglich, zitiert die SZ Landrat Elmar Stegmann. Unter anderen sei der Verein Angaben zur Verwendung von Spenden- und Steuergeldern schuldig geblieben.

Quelle: ntv.de, kpi