Politik

Fahrer festgenommen Auto fährt in Tor von Kanzleramt

Am helllichten Tag prallt ein Volkswagen in das Tor am Bundeskanzleramt in Berlin. Noch ist zu den Hintergründen nichts bekannt. Auf dem Fahrzeug selbst sind allerdings Botschaften zu erkennen, die darauf hindeuten, dass es sich nicht um einen zufälligen Unfall handelt.

In Berlin ist ein Auto in das Tor des Bundeskanzleramts gefahren. Fotos vom Tatort zeigten einen Volkswagen, der gegen das Eisengitter vor der Einfahrt geprallt war und in einem ansonsten abgesperrten Bereich stand. Die Front des Wagens war nicht beschädigt. Auf den Seiten des Kombis standen in weißer Farbe Parolen geschrieben. Auf einer Seite waren die Worte "Ihr verdammten Kinder- und alte Menschen-Mörder" zu erkennen. Auf der anderen "Stop der Globalisierungs-Politik". Die Hintergründe des Vorfalls sind noch unklar. Dem Kennzeichen zufolge ist das Auto im Landkreis Lippe in Nordrhein-Westfalen zugelassen.

Am Nachmittag berät Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefs der Länder über weitere Corona-Maßnahmen. Auch der Deutsche Bundestag, der in der Nähe des Kanzleramts liegt, kommt ab dem Mittag zusammen. Zum Zeitpunkt des Crashs tagte das Bundeskabinett im Kanzleramt. Ein Regierungssprecher erklärte: "Für die Bundeskanzlerin, die übrigen Mitglieder der Bundesregierung und die im Bundeskanzleramt beschäftigten Menschen bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung."

Die Berliner Polizei nahm den 54-jährigen Fahrer des VW-Kombis fest. "Er wurde in polizeilichen Gewahrsam genommen", twitterte die Polizei. Es werde noch geklärt, ob der Fahrer das Auto absichtlich gegen das Tor gesteuert habe. Von einem Anschlag mit extremistischem Hintergrund geht die Polizei bislang nicht aus. "Wir arbeiten im Moment nicht auf Basis dieser Annahme", sagte eine Sprecherin. Über die Motivation des Täters gibt es noch keine Klarheit. "Ob es sich um einen psychischen Zustand oder eine andere Motivation handelt, wird aktuell geklärt", sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz. Es könne auch nur spekuliert werden, "ob es sich um einen symbolischen Akt handelte oder Aufmerksamkeit erregt werden sollte".

Parallelen zu Vorfall im Jahr 2014

Der Mann sei mit seinem Auto mit "sehr geringer Geschwindigkeit gefahren, sodass auch nur sehr geringer Sachschaden am Tor und an dem Fahrzeug entstand". Der Fahrer habe bei seiner Vernehmung etwas zu seiner Tat gesagt. Die Polizei entscheide nun, wie weiter mit ihm verfahren werde. Der 54-Jährige wurde am Morgen zunächst in einem Krankenwagen behandelt. Von einer leichten Verletzung war die Rede. Der Mann hatte einen Rollstuhl dabei, konnte aber auch gehen.

Der aktuelle Vorfall erinnert an eine ähnliche Tat aus dem Frühjahr 2014. Damals war ebenfalls ein dunkler VW-Kombi gegen den Zaun des Bundeskanzleramts geprallt. Ein 48 Jahre alter Fahrer wurde daraufhin festgenommen. Auch damals standen in weißer Farbe geschriebene Botschaften auf dem Pkw: "Schluss mit dem Menschen tötenden Klimawandel" und "Nicole, ich liebe dich". Aktuellen Medienberichten zufolge handelte es sich um dasselbe Auto und denselben Fahrer, wie beim heutigen Vorfall.

Quelle: ntv.de, fzö/rts/dpa