Politik

Nicht nur digitale Warnsysteme Behördenchef will "gute alte Sirene" zurück

Nach den verheerenden Fluten beginnt die Diskussion darüber, ob die betroffenen Menschen früh genug vor dem Hochwasser gewarnt wurden. Behördenchef Schuster fordert nun einen Warnmittel-Mix - und dazu gehören seiner Meinung nach auch die althergebrachten Sirenen.

Sirenen spielen bei der Warnung vor Katastrophen nach Ansicht des Präsidenten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Armin Schuster, einen wichtige Rolle. Es brauche einen Warnmittel-Mix aus verschiedenen Methoden, rein digitale Warnungen seien nicht der richtige Weg, sagte er im Deutschlandfunk. "Und deswegen wollen wir auch die gute alte Sirene zurückhaben."

Schuster wies allerdings die Kritik zurück, es gebe kein ausreichendes Warnsystem in Deutschland. "Die Warninfrastruktur ist nicht unser Problem gewesen, sondern wie sensibel reagieren Behörden und Bevölkerung auf diese Warnungen", sagte er. Schuster verwies auf 150 Warnmeldungen zum Hochwasser, die zwischen Mittwoch und Samstag abgesetzt worden seien.

"Projekt für mehrere Jahre"

Mit einem Förderprogramm in Höhe von 90 Millionen Euro sollen gemeinsam mit den Bundesländern "an den richtigen Stellen" wieder Sirenen installiert werden. "Die 90 Millionen werden dafür aber nicht reichen. Wir werden mehr Geld brauchen", sagte Schuster. Schnell werde es nicht gehen. "Das ist ein Projekt für mehrere Jahre." Derzeit werde ein Sirenen-Kataster aufgebaut, um zu sehen, wo in Deutschland noch Sirenen vorhanden seien. Man habe sich in den vergangenen Jahren vor allem auf den Ausbau digitaler Warnsysteme konzentriert, was aber nicht ausreiche etwa beim Ausfall von Strom und Mobilfunk.

Zur Kritik, die Warnung der Bevölkerung habe nicht gut funktioniert, sagte Schuster: Derzeit sei man in der Phase "Retten, Bergen, Obdachbieten et cetera. Ich habe meinen Mitarbeitern sogar quasi untersagt, Manöverkritik zu machen. Wir helfen jetzt."

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums kamen die extremen Überflutungen nicht überraschend. Amtliche Warnungen vor extremem Unwetter hätten sich am vergangenen Montag um 10.28 Uhr konkretisiert, berichtete die "Bild"-Zeitung am Sonntagabend unter Berufung auf das Ministerium. Alle amtlichen Warnungen seien an die Leitstelle der Kreise und der kreisfreien Städte zugestellt worden. Die konkreten Vorbereitungen, die ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt auf Grundlage der amtlichen Wetterwarnungen treffe, lägen aber in deren eigenem Ermessen.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/rts

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