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Mehr Migranten kommen aus Türkei Berlin besorgt über Flüchtlingszahlen

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Ein afghanischer Flüchtling bei der Umsiedlung von der Insel Lesbos auf das griechische Festland.

(Foto: REUTERS)

Ein Abkommen mit der Türkei soll die Zahl der Ankünfte von Migranten in Griechenland begrenzen. Dieser Deal wackelt, denn seit einiger Zeit kommen wieder mehr Menschen über das Mittelmeer. Die Bundesregierung beobachtet die Situation aufmerksam.

Auf den griechischen Inseln kommen wieder mehr Boote mit Migranten aus der Türkei an. "Wir beobachten die Entwicklung mit Sorge", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz. Sie betonte allerdings, die Zahl der dort ankommenden Menschen sei immer noch deutlich niedriger als vor der Vereinbarung zwischen der EU und der Türkei, die im März 2016 geschlossen worden war.

Das sogenannte EU-Türkei-Abkommen sieht vor, dass die EU alle Migranten, die illegal auf die griechischen Inseln übersetzen und die in Griechenland kein Asyl bekommen, in die Türkei zurückschicken darf. Im Gegenzug nimmt die EU für jeden in die Türkei zurückgeschickten Syrer einen anderen Syrer, der sich in der Türkei aufhält, legal auf.

In den vergangenen Wochen stieg die Zahl der aus der Türkei kommenden Migranten schlagartig. Im August setzten nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR 8103 Menschen aus der Türkei zu den griechischen Ägäis-Inseln über. Auf den Inseln halten sich aktuell rund 24.000 Migranten auf, die Schutz in Europa suchen.

Um die hoffnungslos überfüllten Lager zu entlasten, brachte die Regierung in Athen in den vergangenen Wochen Tausende Migranten zum Festland - vor allem Menschen, die gute Aussichten haben, in Griechenland Asyl oder Flüchtlingsschutz zu erhalten. Fietz sagte, es sei jetzt entscheidend, die Zahl der Rückführungen von Griechenland in die Türkei "deutlich zu steigern".

Quelle: n-tv.de, shu/dpa

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