Politik

Für rund 2,4 Milliarden Euro Berlin kauft Tausende Vonovia-Wohnungen

Der Schriftzug des Wohnungsunternehmens

Vonovia ist der größte deutsche Immobilienkonzern.

(Foto: Marcel Kusch/dpa/Symbolbild)

Nun ist der Deal perfekt: Die Immobilienkonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen verkaufen 14.000 Wohnungen an das Land Berlin. Der Abschluss folgt auf einen Beschluss des Berliner Verwaltungsgerichts, wonach die Senatsverwaltung einem Portal Auskunft über weitere Details zu dem Geschäft geben muss.

Die vor einer Fusion stehenden Wohungsriesen Vonovia und Deutsche Wohnen veräußern Immobilien in Berlin an die öffentliche Hand. Die Verhandlungen zum Wohnungsankauf des Landes Berlin aus Beständen der beiden Konzerne seien abgeschlossen, teilte die Berliner Senatsverwaltung für Finanzen mit. Details zum Ankauf der Immobilien durch die drei Landesgesellschaften Howoge, Degewo und Berlinovo würden nach der notariellen Beurkundung am Freitag vorgestellt.

Insidern zufolge soll das Paket für rund 2,4 Milliarden Euro die Besitzer wechseln. Vonovia-Chef Rolf Buch hatte Anfang der Woche gesagt, für einen Verkauf von 14.000 Wohnungen an die öffentliche Hand in der Hauptstadt gebe es eine Einigung.

Kurz vor der Bekanntgabe des Abschlusses durch die Senatsverwaltung hatte das Berliner Verwaltungsgericht entschieden, dass das Land Berlin dem Online-Portal "FragdenStaat.de" Auskunft über weitere Einzelheiten zu dem Deal geben muss. Es folgte damit einer Eilklage des Portals. "FragdenStaat.de" wird vertreten durch den Journalisten Arne Semsrott, der den betreffenden Gerichtsbeschluss veröffentlichte. Zunächst hatte der "Tagesspiegel" berichtet.

Land hatte Einwände gegen weitere Auskünfte

Das Verwaltungsgericht begründete seine Entscheidung auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes. Es gehe um öffentliche Mittel "im großen Umfang" und deren "sachgerechte Verwendung". Dem Beschluss zufolge muss die Finanzverwaltung "FragdenStaat.de" Details über die Wohnungsbestände mitteilen, die das Land übernehmen will - über Größe, Ausstattung und Standard. Weiterhin muss es Auskunft geben über die Wohnlage, den vorläufig vereinbarten Preis sowie darüber, welche Leistungen Berlin laut Vereinbarung neben einer Bezahlung der Wohnungen erbringen soll.

Laut "Tagesspiegel" hatte das Land gegen derlei Auskünfte vorgebracht, dass sie den Abschluss des Deals noch gefährden könnten. Das Gericht erwiderte darauf, dass "wesentliche Umstände" bereits berichtet oder von der Finanzverwaltung bekannt gegeben worden seien. So hatte etwa der RBB berichtet, dass die meisten der zum Verkauf stehenden Berliner Wohnungen in Spandau, Steglitz-Zehlendorf, Neukölln, Reinickendorf und Friedrichshain-Kreuzberg lägen.

Konzernen gehören 550.000 Wohnungen

Der Branchenprimus Vonovia steht vor einer Übernahme des kleineren Konkurrenten und bietet dessen Aktionären 53 Euro je Anteilsschein. Den beiden Immobilienriesen gehören zusammen rund 550.000 Wohnungen im Wert von mehr als 80 Milliarden Euro, der größte Teil davon in Deutschland. Der Schwerpunkt der Deutschen Wohnen liegt dabei in Berlin, dort bekam der Konzern aber auch heftigen politischen Gegenwind zu spüren.

In einem Volksentscheid soll in der Hauptstadt über eine mögliche Vergesellschaftung der Wohnungsbestände großer Immobilienkonzerne abgestimmt werden. Hintergrund sind kräftig gestiegene Mieten in den vergangenen Jahren. Buch und Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn wollen gegensteuern - sie bieten der öffentlichen Hand etwa 20.000 der rund 150.000 Einheiten in Berlin zum Kauf an. Für rund 14.000 Wohnungen davon gibt es eine Übereinkunft, hatte Buch gesagt. Mieterhöhungen in Berlin sollen in den nächsten fünf Jahren zudem durch die Konzerne gedeckelt werden.

Quelle: ntv.de, mbe/rts

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