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Weltraum- oder Militärmission? Bilder sollen Raketenbau in Nordkorea zeigen

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Experten sind sicher: Nordkorea plant den Start einer Rakete. Unklar ist jedoch der Zweck der Mission.

(Foto: dpa)

Experten sind sicher: Nordkorea plant den Start einer Rakete. Satellitenbildern deuten darauf hin, dass Kim einen neuen Flugkörper bauen lässt und womöglich schon in Abschussposition gebracht hat. Unklar ist jedoch der Zweck der mutmaßlichen Mission.

In den USA sind Satellitenbilder publik geworden, die nach Meinung einiger Experten einen in naher Zukunft bevorstehenden Test einer Interkontinentalrakete oder einer Weltraumrakete in Nordkorea nahelegen. Das berichtete der Radiosender NPR. Auf seiner Webseite veröffentlichte der Sender die Bilder.

Die Bilder zeigen den Standort Sanumdong, eine Anlage, in der Nordkorea bisher bereits ballistische Raketen und Raketen zum Starten von Satelliten getestet hat. Außerdem sind Lastwagen und Bahnwaggons zu sehen. Aufgenommen wurden die Bilder am 22. Februar.

"Wenn man alles zusammen nimmt, sieht das so aus, wie wenn die Nordkoreaner eine Rakete bauen", zitiert den Sender den Nordkorea-Experten Jeffrey Lewis, Direktor des East Asia Nonproliferation Project am Middlebury Institut für Internationale Studien. Lewis betonte jedoch, es sei unmöglich zu erkennen, ob eine militärische Mission vorliege oder es sich um die Vorbereitungen zum Start einer Trägerrakete eines zivilen Satelliten handele.

Berichte über mögliche neue Tests häufen sich

NPR berichtet von einer weiteren Aufnahme, die vor einer Woche entstanden sei. Diese zeigte, dass die Aktivitäten in Sanumdong unterbrochen wurden und einer der eingesetzten Kräne verschwunden sei. Dies könne bedeuten, dass auf neue Teile gewartet werde oder das mutmaßliche Geschoss die Anlage bereits mit einem Zug verlassen habe.

Als mögliches Ziel nennt der Bericht der Raketenstartplatz Sohae. Dieser wurde nach dem ersten Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Machthaber Kim Jong-Un im vergangenen Juni zwar glaubhaft abgebaut. Berichten zufolge wurde sie in den vergangenen Wochen jedoch wieder in Stand gesetzt.

Bereits Mitte der Woche hatten südkoreanische Medien über Aktivitäten in Sanumdong berichtet. In Berichten von "JoongAng Ilbo" und "Donga Ilbo" hieß es, Frachtfahrzeuge seien in dem Werk gesichtet worden. Die Zeitungen beriefen sich dabei auf Abgeordnete, die von südkoreanischen Geheimdienst über die Erkenntnisse unterrichtet worden waren. Außerdem soll Pjöngjang demnach seine Urananreicherungsanlage in dem Nuklearkomplex Jongbjon auch nach dem ersten Trump-Kim-Gipfel weiter betrieben haben.

Quelle: n-tv.de, jog/dpa

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