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Sonntag, 09. September 2018

Nordkorea wird 70: Land zwischen Repression und Propaganda

Von Markus Lippold

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Ein Merkmal von Diktaturen ist, dass sie ihre Entstehung, ihren Gründungsmythos ausgiebig feiern. (Foto: AP)

Ein Merkmal von Diktaturen ist, dass sie ihre Entstehung, ihren Gründungsmythos ausgiebig feiern.

Ein Merkmal von Diktaturen ist, dass sie ihre Entstehung, ihren Gründungsmythos ausgiebig feiern.

Das ist in Nordkorea nicht anders, wenn das Land den 70. Jahrestag seiner Entstehung begeht.

Die bunten Propagandabilder, die zu solchen Anlässen entstehen, verleiten schnell dazu, das Land zu belächeln.

Szenen von 2011, in denen die Menschen tränenreich um ihren "Geliebten Führer" Kim Jong Il trauern, sorgen bei westlichen Beobachtern eher für Kopfschütteln.

Und Fotos der jeweiligen Machthaber ziehen weltweit immer wieder Spott auf sich.

Der Blog "Kim Jong Il schaut Dinge an" wird geradezu zum Internethype, obwohl er einfach nur offizielle Bilder zeigt.

Unterstützt wird dieser Ruf durch von Pjöngjang verbreitete Mythen. Etwa die, dass Kim Jong Il einst bei einer Runde Golf ganze elf Löcher gleich beim ersten Schlag traf.

Auch dessen Sohn Kim Jong Un, der derzeitige Machthaber, wird gern mal als Witzfigur dargestellt, sei es wegen seiner Jugend, seiner Figur oder seiner Frisur.

Gerüchte und Wahrheit überlagern sich oft, wenn es um Nordkorea geht. Berichte oder Bilder aus dem abgeschotteten Land sind rar und werden deshalb begierig aufgesogen.

Wer weiß schon, wie die Lage in dem Land wirklich ist. Authentische Fotos aus dem Alltag der Menschen sind eher selten. Vor allem, wenn sie außerhalb der herausgeputzten Hauptstadt Pjöngjang entstehen.

Vieles scheint hier aus der Zeit gefallen, wie ein Überbleibsel des lange zusammengebrochenen Ostblocks.

Gern wird darüber vergessen, dass in diesem belächelten Land eine brutale Diktatur herrscht, die unzählige Menschen in Lager sperrt, foltert oder hinrichtet.

Davon gelangen kaum Berichte, geschweige denn Bilder an die Öffentlichkeit (hier die von einem ehemaligen Gefangenen gezeichnete Karte eines Arbeitslagers).

Umso bunter sind die Fotos von Paraden und Aufmärschen.

Das wird auch bei der Militärparade zum 70. Jahrestag der Gründung des Landes so sein. Dabei sind die Umstände in diesem Jahr etwas anders.

Wurden Feierlichkeiten in den vergangenen Jahren nicht nur für martialische Auftritte, sondern auch für scharfe Angriffe der Staatsführung gegen Südkorea oder die USA genutzt, …

… herrscht zumindest im innerkoreanischen Verhältnis derzeit Tauwetter. Gerade erst reiste eine südkoreanische Delegation nach Pjöngjang, um ein Gipfeltreffen zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (l.) und Südkoreas Präsidenten Moon Jae In vorzubereiten.

Es wäre das dritte Treffen der beiden, nach dem historischen Gipfel im April im Grenzort Panmunjom (Bild) und einem weiteren Gespräch im Mai am selben Ort.

Auch bei dem neuen Gipfel, der noch für September geplant ist, soll es um eine "vollständige Denuklearisierung" Nordkoreas und "dauerhaften Frieden" zwischen den Ländern gehen.

Immerhin spricht man miteinander, statt mit der gegenseitigen Vernichtung zu drohen. Ob die Annäherung beider Staaten, die sich offiziell noch im Krieg miteinander befinden, gelingt, bleibt aber abzuwarten.

Wie sensibel dieser Prozess ist, zeigt sich schon am Verhältnis Nordkoreas zu den USA.

Nach dem Gipfeltreffen von Machthaber Kim mit US-Präsident Donald Trump in Singapur im Juni, das zunächst noch von beiden Seiten in den höchsten Tönen gelobt wurde, stagnieren derzeit die Gespräche.

Trump sagt zumindest eine weitere Reise seines Außenministers Mike Pompeo nach Pjöngjang kurzfristig ab (hier Pompeo bei einem früheren Treffen mit Kim).

Der Glaube, ein jahrzehntelanger Konflikt lasse sich in nur wenigen Monaten auflösen, ist zerbrochen.

Wie sollte das auch gehen bei einem Land, das sich seit Jahrzehnten abschottet und seit seiner Gründung von Krisen und Konflikten begleitet wird.

Nordkorea entsteht aus den Trümmern des japanischen Kolonialreiches, das mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Ostasien zusammenbricht.

Nach der japanischen Kapitulation am 15. August 1945 teilen die USA und die Sowjetunion die Halbinsel am 38.Breitengrad in Besatzungszonen auf: …

… Die USA kontrollieren das Gebiet südlich davon (hier die Einholung der japanischen Flagge durch das US-Militär), …

… die Sowjetunion hat im Norden davon das Sagen (an dem Gebäude prangen die Porträts von Stalin und Kim Il Sung).

Versuche, das Land zu einen, scheitern. Zwar ziehen in den folgenden Jahren beide Besatzungsmächte ab, doch die geplanten gesamtkoreanischen Wahlen finden nie statt, weil sich die Sowjetunion ihnen verweigert.

Daher wird im Süden Rhee Syng Man zum Präsidenten der neuen Republik Korea gewählt, die am 15. August 1948 entsteht.

Einen Monat später - am 9. September - antwortet der Norden mit der Gründung der Demokratischen Volksrepublik Korea, deren erster Präsident Kim Il Sung wird.

Dieser hatte bereits als Guerilla-Kämpfer gegen die japanischen Besatzer gekämpft und arbeitete seit 1945 mit Unterstützung der Sowjetunion daran, ein kommunistisches Korea aufzubauen (hier mit seiner Frau Kim Jong Suk, die bis heute verehrt wird).

So treibt er etwa als Vorsitzender von Volkskomitees und der ersten Regierung eine Bodenreform und die Verstaatlichung der Industrie voran.

Kim Il Sung führt aber auch die Kommunistische Partei an, aus der die bis heute regierende Partei der Arbeit Koreas hervorgeht.

Sowohl Kim im Norden als auch Rhee im Süden sehen sich jedoch als Präsidenten eines gesamtkoreanischen Staates, den beide notfalls mit Gewalt zu schaffen bereit sind.

Dass die USA Rhees Ansinnen zunächst die Unterstützung verweigern, nutzt Nordkorea aus: Am 25. Juni 1950 überschreiten nordkoreanische Truppen den 38. Breitengrad.

Schnell dringen sie nach Süden vor und erobern innerhalb weniger Wochen nahezu die gesamte Halbinsel.

Dem Süden gelingt erst mit Hilfe von UN-Truppen, die zu 90 Prozent aus US-Soldaten bestehen, der Gegenangriff: Man schlägt die Volksarmee zurück und kämpft sich bis zur chinesischen Grenze vor.

Daraufhin greift China in den Konflikt ein (hier ein gefangener chinesischer Soldat). Dem Norden gelingt es dadurch, die Gegner bis etwa zum 38. Breitengrad zurückzudrängen.

Am 27. Juli 1953 kommt es zu einem Waffenstillstand, der die Grenze zwischen beiden koreanischen Staaten etwa auf dem Vorkriegszustand festschreibt.

Zudem wird eine demilitarisierte Zone am 38. Breitengrad gebildet.

Der Koreakrieg kostet etwa drei Millionen Menschen das Leben, darunter vor allem Zivilisten auf beiden Seiten. Unzählige Menschen werden vertrieben. Zudem wird die Infrastruktur stark zerstört.

Ein Friedensvertrag kommt allerdings nie zustande, weshalb sich Nord- und Südkorea offiziell weiterhin im Kriegszustand befinden (hier südkoreanische Soldaten an der stark befestigten Grenze).

Während Südkorea danach in eine autokratische Herrschaft unter Rhee Syng Man abgleitet, trotz des enormen wirtschaftlichen Aufschwungs mehrere Militärputsche erlebt (hier der langjährige Machthaber Park Chung Hee), und erst in den späten 80er-Jahren demokratische Reformen umsetzt, …

… bleibt Nordkorea unter der Herrschaft von Kim Il Sung eine stalinistische Diktatur.

Einerseits stabilisiert er seine Macht, indem er Konkurrenten und ideologische Abweichler ausschalten lässt.

Gleichzeitig erhält er von Peking und Moskau umfangreiche Wirtschaftshilfen, dank derer Nordkoreas Industrie recht schnell wieder aufgebaut werden kann.

Permanent versucht Kim, zwischen den beiden übermächtigen Nachbarn zu lavieren, in deren Abhängigkeit er jedoch stets bleibt.

Nach dem Tod Stalins 1953 und der folgenden Entstalinisierung sagt er sich zeitweise sogar von der Sowjetunion los und nähert sich an das China Mao Zedongs an (hier eine Briefmarke mit dem Bild eines Treffens der beiden).

Denn Kim lehnt nicht nur den relativ gemäßigten Kurs Moskaus in der Ost-West-Frage ab. Auch die Kritik in der Sowjetunion an Stalins Personenkult teilt er nicht. Vielmehr lässt er sich ab den 60er-Jahren als "Großer Führer" bezeichnen.

Doch China ist kein wirklicher Ersatz. Das Land steckt nach dem Scheitern des "Großen Sprungs nach vorn" und einer verheerenden Hungersnot selbst in der Krise, die sich anbahnende Kulturrevolution wirft es noch weiter zurück.

So nähert sich Kim auch wieder an die Sowjetunion an, zumal Nordkorea ab Ende der 60er-Jahre wie viele andere Länder des Ostblocks wirtschaftliche Probleme hat, die etwa mit den enormen Ausgaben für das Militär zusammenhängen.

Die zunehmende Isolation des Landes wird Ende der 60er schließlich zur Staatsideologie erklärt: Die von Kim Il Sung entwickelte Juche-Ideologie (hier der Juche-Turm in Pjöngjang) …

… zielt auf Autarkie ab, sowohl politisch, als auch wirtschaftlich und militärisch und grenzt sich damit vom international ausgerichteten Kommunismus ab.

Zudem etabliert Juche einen Führerkult. Kim wird 1972 mit einer Verfassungsänderung Präsident des Landes, etwas später ersetzt seine Ideologie den in der Verfassung bisher genannten Marxismus-Leninismus.

Der Diktator baut Nordkorea radikal vom kommunistischen Land zu einer Art Erb-Autokratie um (hier mit Sohn Kim Jong Il), in der wenige Funktionärsfamilien die Macht ausüben und das Land ausbeuten.

Unter ihm erfährt die nordkoreanische Gesellschaft, unter dem Vorwand einer vermeintlich permanent drohenden amerikanischen Invasion, eine tiefgreifende Militarisierung.

Das arme Land unterhält eine der größten Streitmächte der Welt, auch wenn ein Großteil der Ausrüstung mittlerweile veraltet sein dürfte.

Kim schottet das Land ab, schränkt Meinungs-, Glaubens- und Bewegungsfreiheit seiner Bürger ein. Er baut einen Repressionsapparat auf, der gnadenlos gegen Andersdenkende und vermeintliche Spione vorgeht und ein Klima des Misstrauens schafft.

Die Menschenrechtsverstöße in Nordkorea sind vielfältig. In einem System von Internierungslagern gibt es Folter und Zwangsarbeit. Die zahlreichen Hinrichtungen finden teilweise öffentlich statt. Hinzu kommen Versorgungsmängel und Hungersnöte.

Als mythisch überhöhter Staatsgründer spielt Kim Il Sung allerdings im ideologischen Leben Nordkoreas bis heute eine große Rolle.

Obwohl er am 8. Juli 1994 stirbt, ist er als "Ewiger Präsident" offiziell noch immer Staatsoberhaupt des Landes.

Der 1997 eingeführte Juche-Kalender, der im Alltagsleben der Menschen allerdings keine Rolle spielt, beginnt mit seinem Geburtsjahr. Zudem ist Kims Geburtstag Nationalfeiertag und an seinen Statuen finden religiös anmutende Huldigungen statt.

Nach dem Tod Kim Il Sungs übernimmt dessen Sohn Kim Jong Il die Macht, er wird Generalsekretär der Partei der Arbeit Koreas, nachdem er bereits seit 1993 der mächtigen Nationalen Verteidigungskommission vorsteht.

Trotz des Zusammenbruchs des Ostblocks und des damit zusammenhängenden Kollapses der nordkoreanischen Wirtschaft Anfang der 90er-Jahre ändert der Sohn politisch und ideologisch wenig, wohl aus Angst, eine weichere Linie würde das Schicksal des Regimes besiegeln.

So hält er Nordkorea in der Isolation, behält das Repressionssystem bei und setzt als "Geliebter Führer" ebenfalls auf den Personenkult - seit seinem Tod 2011 wird er als "Ewiger Generalsekretär" oft neben seinem Vater dargestellt.

Allerdings baut der 1941 geborene Kim Jong Il, der als großer Filmfan gilt und …

… von dem unzählige kuriose Propagandafotos existieren, …

… die Militarisierung des Landes noch aus. Der Juche-Ideologie seines Vaters stellt der die Leitlinie "Son'gun" (etwa: Militär zuerst) zur Seite, nach der Armee und Verteidigungsbereitschaft absoluter Vorrang eingeräumt wird.

Die ideologisch bedingte Misswirtschaft, verbunden mit ausbleibenden Importen von Erdöl, Düngern und Lebensmitteln aus der zusammengebrochenen Sowjetunion sowie fehlenden Einnahmen aus dem Export in den Ostblock lösen in den 90er-Jahren eine schwere Hungersnot aus, der Schätzungen zufolge Hunderttausende Menschen zum Opfer fallen.

Bis heute ist ein Großteil der nordkoreanischen Bevölkerung trotz Nothilfen der Vereinten Nationen mangelernährt, auch weil die Landwirtschaft hoffnungslos veraltet ist.

In die Amtszeit Kim Jong Ils fällt ab dem Jahr 2000 aber auch eine Phase der sogenannten Sonnenscheinpolitik zwischen Nord- und Südkorea, die nicht nur Familienzusammenführungen ermöglicht, …

… sondern auch die Einrichtung einer Sonderwirtschaftszone in Kaesong und …

… eine gemeinsam einmarschierende Olympia-Mannschaft im Jahr 2000 in Sydney.

Doch bereits 2008 endet die Zeit der Entspannung. Zwei Jahre später kommt es sogar zu mehreren militärischen Zwischenfällen im Grenzgebiet, etwa den Untergang des südkoreanischen Kriegsschiffes Cheonan (das hier geborgen wird).

Dramatischer noch ist jedoch die Eskalation des Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm, die eng mit Kim Jong Il verbunden ist. Zwar existieren Pläne für ein Atomprogramm schon seit den 50er-Jahren, doch die Sowjetunion drängt Nordkorea in den 80ern zum Beitritt zum Atomwaffensperrvertrag.

1993 gibt es eine erste Krise um Nordkoreas Atompläne, die mit dem "Genfer Rahmenprogramm" von 1994 entschärft werden kann. Nordkorea verpflichtet sich darin, sein Atomwaffenprogramm aufzugeben.

Die Umsetzung des Abkommens bleibt freilich in den Anfängen stecken. Nicht nur überfliegt 1996 erstmals eine nordkoreanische Mittelstreckenrakete Japan, was im Westen neue Ängste schürt. Auch Gerüchte um eine unterirdische Atomanlage in Nordkorea lassen den Vertrag letztlich platzen.

Schließlich sorgt auch US-Präsident George W. Bush für Spannungen, nachdem er 2001 Nordkorea als Teil einer "Achse des Bösen" bezeichnet hat.

Diese und weitere Vorwürfe aus den USA beantwortet Nordkorea 2003 mit dem Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag. Kurz darauf kündigt Pjöngjang auch den Vertrag über ein kernwaffenfreies Korea auf.

Zwei Jahre später, am 10. Februar 2005, vermeldet Nordkorea den Besitz einsatzbereiter Atomwaffen und kündigt deren Tests an.

Zwar lenkt das Land noch im selben Jahr ein und erklärt den Verzicht auf sein Atomwaffenprogramm, doch 2006 folgen weitere Raketenübungen und ein erster mutmaßlicher Atomwaffentest.

Trotz internationaler Proteste, auch vom engen Verbündeten China, Drohungen der USA und UN-Sanktionen gibt es in den folgenden Jahren weitere Atomversuche und Raketentests, die mit weiteren Sanktionen beantwortet werden. Das Spiel wiederholt sich mehrere Jahre lang, unterbrochen nur von kurzen Phasen der Entspannung.

2012 erklärt sich Nordkorea selbst zur Atommacht. Da ist Kim Jong Il aber bereits nicht mehr an der Macht: …

… Nach seinem Tod am 17. Dezember 2011 wird sein Sohn Kim Jong Un neuer Machthaber in Pjöngjang.

Das erhoffte Tauwetter durch den jungen, zeitweise im Westen ausgebildeten Staatschef bleibt jedoch aus. Auch politische Reformen, die er zunächst andeutet, gibt es nicht.

Innenpolitisch versucht Kim Jong Un zunächst, seine Macht zu behaupten. Internationale Schlagzeilen machen etwa die Verhaftung und Hinrichtung seines mächtigen Onkels Jang Song Thaek und …

… der Mord an seinem abtrünnigen Halbbruder Kim Jong Nam, der mutmaßlich von Pjöngjang befehligt wird.

Gleichzeitig führt der 1984 geborene Kim die harte Linie seines Vaters im Atomkonflikt fort.

2013, 2016 und 2017 folgen weitere Atomwaffentests, darunter nach nordkoreanischen Angaben auch Versuche mit Wasserstoffbomben. Das Land verfügt demnach über mehrere einsatzbereite Atomwaffen und entsprechende Trägersysteme.

Auch das Raketenprogramm wird fortgeführt. Die Waffen sollen mittlerweile die Westküste der USA erreichen.

Mit dem neuen US-Präsidenten Donald Trump tauscht Kim wüste Beleidigungen aus, die im Herbst 2017 in gegenseitigen militärischen Drohungen eskalieren.

Die Atomtests und martialischen Drohungen, vor allem gegen die USA und Südkorea, isolieren Pjöngjang jedoch immer weiter. Die Vereinten Nationen verhängen weitere Sanktionen, die das Regime wirtschaftlich massiv unter Druck bringen.

Ist die miserable Versorgung mit Nahrungsmitteln, Energie und Ersatzteilen ein Grund, warum Kim Jong Un im Januar 2018 unerwartet einen versöhnlichen Kurs einschlägt?

Er kündigt nicht nur die Teilnahme seines Landes an den Olympischen Winterspielen in Südkorea an, wo beide Länder ein gemeinsames Frauen-Eishockey-Team aufstellen, …

… sondern bringt auch ein Treffen mit Südkoreas neuen Präsidenten Moon Jae In ins Spiel. Dabei beschließen beide, bis Ende 2018 einen Friedensvertrag ausarbeiten zu wollen, der den Kriegszustand endlich beenden könnte. Das Wort Wiedervereinigung geistert bereits durch die Medien.

Schließlich stimmt Kim im Juni 2018 sogar einem Gipfel mit US-Präsident Donald Trump zu.

Doch ob die dort vereinbarten Ziele, darunter die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel, umgesetzt werden, ist derzeit offen. Neuere Spannungen stimmen eher skeptisch.

Immerhin: Zum 70. Geburtstag Nordkoreas bleiben die sonst üblichen Beschimpfungen aus Pjöngjang aus. Bis jetzt.

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