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Neue Gesichter in Langley CIA bekommt Online-Abteilung

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"Sicherstellen, dass wir alle Aspekte des digitalen Umfeldes verstehen": Das Marmor-Logo der CIA im Eingangsbereich des "George Bush Center for Intelligence" in Langley (Archivbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Unter altgedienten US-Agenten macht sich Unruhe breit: In Washington legt CIA-Chef Details zu den Reformplänen für den bekanntesten Geheimdienst der USA vor. Die CIA bekommt ein fünftes Direktorat - mit lauter jungen Nachwuchskräften.

In der Öffentlichkeit ist die Central Intelligence Agency vor allem durch ihr Kürzel CIA bekannt - und durch ihre Auftritte in unzähligen Agententhrillern und Spionagefilmen. Jetzt steht die prominente US-Bundesbehörde mit ihrem Hauptsitz in Langley im US-Bundesstaat Virginia in der echten Welt vor einem der größten Umbauten ihrer Geschichte.

Beim US-Geheimdienst werde ein neues Direktorat "Digitale Innovation" für Cybertechnologie geschaffen, kündigte CIA-Chef John Brennan an. Zudem werden insgesamt zehn neue "Mission Center" eingerichtet, in denen Experten aus allen Teilen der Behörde zusammengezogen werden sollen. Dort sollen sich die Spezialagenten dann jeweils mit besonderen Schwerpunkthemen wie etwa dem Waffenschmuggel befassen.

Die Pläne für eine große CIA-Reform gehen auf unangenehme, schmerzhafte und teils auch peinliche Erfahrungen zurück: Bislang seien aufgrund verschiedener Rivalitäten zwischen den Abteilungen und auch zwischen verschiedenen US-Geheimdiensten Informationen oft nicht ausgetauscht worden, sagte Brennan. Die neuen Zentren sollten dem entgegenwirken, wie Brennan vor Journalisten erklärte. In der neuen Abteilung für "Digitale Innovation" dürfte die CIA vor allem begabte Nachwuchskräfte aus dem Bereich Software-Entwicklung und Datenanalyse einsetzen.

Direktorat Nr. 5

Die 1947 gegründete CIA ist bislang in lediglich vier Direktorate unterteilt. Das neue digitale Direktorat werde nun die gleiche Bedeutung haben wie die alteingesessenen, sagte Brennan. Durch die fortschreitende Digitalisierung werde es für die Behörde immer schwieriger, ihre Aufgaben zu erfüllen. "Daher müssen wir als Dienst sicherstellen, dass wir alle Aspekte des digitalen Umfeldes verstehen können."

Traditionell ist in den USA der Nachrichtendienst NSA für modernste Hochtechnologie zuständig. Ein Insider sagte jedoch, aus Sicht der CIA sei der Umbau nötig geworden, um mit dem "Tempo der Veränderungen" auf diesem Gebiet Schritt halten zu können.

Sehr viel Geld für Spione

In den USA konkurrieren die verschiedenen Geheimdienste um Zuständigkeiten und Finanzmittel, die sie sich seit einigen Jahren zudem mit dem neuen Heimatschutzministerium teilen müssen. Parallel zu den zivilen Geheimdiensten in Form von verdeckt arbeitenden Bundesbehörden existieren auf Seiten des Militärs eigene Einrichtungen für die klassischen Arbeitsfelder der Geheimdienstarbeit wie etwa Aufklärung, Überwachung oder auch Spionageabwehr.

Schätzungen zufolge arbeiten allein für die CIA mehr als 20.000 Angestellte, freie Mitarbeiter, Zulieferer und angeworbene Agenten nicht eingerechnet. Unbestätigten Angaben zufolge bewegte sich der Jahresetat in den vergangenen Jahren in einer Größenordnung von 13 bis 15 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Das ist in etwa so viel wie der gesamte Etatposten für Bildung und Forschung im Bundeshaushalt und deutlich mehr als die Bundesregierung im laufenden Jahr für das Ressort Gesundheit ausgeben will. Genauere Angaben liegen nicht vor: Personalumfang und Budget der CIA sind offiziell geheime Verschlusssache.

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Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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