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Amano wurde 72 Jahre alt Chef der Atomenergiebehörde ist tot

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Yukiya Amano leitete die IAEA mit 171 Mitgliedstaaten bis zu seinem Tod.

(Foto: REUTERS)

Zehn Jahre lang agiert Yukiya Amano als oberster, weltweiter Kontrolleur der friedlichen Nutzung der Kernenergie. Dann holen ihn gesundheitliche Probleme ein. Er bietet seinen Rücktritt an. Doch dazu kommt es nicht mehr: Er stirbt im Alter von 72 Jahren.

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien, Yukiya Amano, ist gestorben. "Das Sekretariat der Internationalen Atomenergiebehörde bedauert, über den Tod von Generaldirektor Yukiya Amano zu informieren", hieß es einer Erklärung der UN-Behörde. Der Japaner wurde 72 Jahre alt. Er hatte in letzter Zeit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

In dieser Woche wurde mit der Bekanntgabe seines vorzeitigen Rücktritts im März 2020 gerechnet. Der Japaner hatte bereits sein drittes Mandat inne, das eigentlich noch bis November 2021 gelaufen wäre. In seinem Rücktrittsschreiben erklärte Amano der IAEA zufolge, er habe während seiner Amtszeit "konkrete Ergebnisse" erreicht und sei "sehr stolz" auf das Wirken der Behörde.

In seine Amtszeit fiel die Unterzeichnung des internationalen Atomabkommens zwischen dem Iran sowie Großbritannien, China, Frankreich, Deutschland, Russland und den USA im Jahr 2015. Im vergangenen Jahr kündigten die USA den Vertrag einseitig auf und verhängten neue Sanktionen gegen Teheran.

Die IAEA muss nun inmitten der Spannungen zwischen dem Iran und den USA einen Nachfolger für Amano suchen. Über die Ernennung des neuen Chefs entscheiden Vertreter der 35 Staaten, die zusammen den Gouverneursrat bilden. Darin vertreten sind insbesondere Staaten mit der fortschrittlichsten Nukleartechnik.

Die IAEA hat 171 Mitgliedstaaten. Sie spielt eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Verbreitung von Atomwaffen. Die Organisation mit Sitz in Wien ist unter anderem für die Überwachung des Atomwaffensperrvertrages zuständig. Amano leitete die IAEA seit knapp zehn Jahren. Die Flagge der Organisation am UN-Gebäude in Wien werde auf halbmast gesetzt, berichtete die Behörde.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa/rts

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