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Richter will Aussage erzwingen Chelsea Manning erneut verhaftet

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Manning besteht darauf, dass sie das Recht habe, in dem Prozess zu schweigen.

(Foto: www.imago-images.de)

Wegen Geheimnisverrats saß die ehemalige US-Soldatin Chelsea Manning jahrelang im Gefängnis, bis Präsident Obama sie 2017 begnadigte. Nun wird sie erneut verhaftet, weil sie sich weigert, in einem Prozess um Wikileaks-Gründer Julian Assange auszusagen.

Ein Richter hat die ehemalige Wikileaks-Informantin Chelsea Manning erneut verhaften lassen, weil sie sich weigert, vor der Grand Jury eines Gerichts im Bundesstaat Virginia auszusagen. Nach Angaben aus Mannings Umfeld erklärte der Richter Claude Hilton vom Gericht in Alexandria, Manning werde so lange in Haft bleiben, bis sie sich anders entscheide.

Die Grand Jury ist mit dem Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange befasst. Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte 2010 und 2011 Hunderttausende geheime US-Militärdokumente über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie vertrauliche Diplomatendepeschen veröffentlicht. Quelle war die vor einer Geschlechtsumwandlung damals noch als Soldat Bradley Manning lebende Manning, die das Material von Militärrechnern herunterlud und Wikileaks zuspielte.

Manning hatte schon vor der Festnahme ein Statement veröffentlicht. Darin macht sie deutlich, dass sie mit einer Inhaftierung rechne. Vor Gericht hatte sie vor Tagen erklärt, sie habe das verfassungsmäßige Recht zu schweigen. "Aus Solidarität mit vielen Aktivisten, die in Schwierigkeiten sind, werde ich zu meinen Prinzipien stehen", betonte sie. Sie werde jede rechtliche Möglichkeit, die ihr zur Verfügung stehe, ausschöpfen.

Manning wurde 2010 festgenommen und im August 2013 wegen Spionage zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt. Aufgrund eines Gnadenerlasses des damaligen demokratischen US-Präsidenten Barack Obama kam Manning 2017 vorzeitig frei. Obamas republikanischer Nachfolger im Weißen Haus, Donald Trump, hatte sie als "Verräterin" bezeichnet, die das Gefängnis "niemals" hätte verlassen dürfen.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa/AFP

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