Politik

Anhaltende Proteste in Ecuador Demonstranten stürmen Regierungsgebäude

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Die Proteste in Ecuador dauern seit mehr als zehn Tagen an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Tagen gehen die Menschen in Ecuador auf die Straßen. Dabei kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen. Die Proteste richten sich gegen die von der Regierung erhöhten Spritpreise. Kurz nachdem sich die Protestanführer zu Gesprächen bereit erklären, greift eine Gruppe ein Regierungsgebäude an.

In Ecuadors Hauptstadt Quito haben vermummte Demonstranten ein Regierungsgebäude verwüstet. Wie ein AFP-Fotograf berichtete, griff eine Gruppe von Demonstranten das Gebäude des Rechnungshofes mit Molotowcocktails an, legte Feuer und drang anschließend ins Innere des Gebäudes ein. Die Behörden kündigten bei Twitter an, das Gebiet werde evakuiert, damit die Einsatzkräfte das Feuer löschen und sich um das im Gebäude befindliche Personal kümmern könnten.

Kurz zuvor hatten die Anführer der seit Tagen anhaltenden Proteste im Land angekündigt, zu direkten Gesprächen mit Staatschef Lenín Moreno bereit zu sein. Die Dachorganisation der Ureinwohner erklärte, sich nach Beratungen mit ihren Mitgliedern für Gespräche entschieden zu haben. Der Bürgermeister der Hauptstadt Quito, Jorge Yunda, sagte daraufhin dem lokalen TV-Sender Ecuavisa, die Regierung werde das umstrittene Gesetz zur Kürzung der Treibstoff-Subventionen "analysieren". Am Vortag hatte die Organisation einen Dialog mit der Regierung noch abgelehnt. Die Proteste gingen ungeachtet der Zusage zur Gesprächsbereitschaft weiter.

In dem südamerikanischen Land gibt es seit rund zehn Tagen soziale Unruhen, die sich an stark gestiegenen Treibstoffpreisen entzündeten. Die Demonstranten geben Moreno die Schuld für den Anstieg der Treibstoffpreise, da er im März ein Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) abgeschlossen hatte. Ecuador sicherte sich damit milliardenschwere IWF-Kredite. Im Gegenzug wurde Morenos Regierung zur Auflage gemacht, die staatlichen Subventionen für Kraftstoff abzuschaffen. Moreno hatte angesichts der ausufernden Gewalt zu direkten Gesprächen zwischen Regierung und Demonstranten aufgerufen.

Am Donnerstag hatte ein landesweiter Generalstreik das öffentliche Leben lahmgelegt, nach Ausschreitungen hatte Moreno den Ausnahmezustand ausgerufen. Mindestens vier Menschen starben während der Unruhen, Hunderte wurden verletzt oder festgenommen.

Quelle: n-tv.de, ibu/AFP/rts

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