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Alle Daten, alle Infografiken Die Landtagswahl in Thüringen im Überblick

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Blick in den Erfurter Landtag: Die Deutschlandflagge, die Flagge der EU und die Thüringer Landesfarben leuchten neben dem Wappen des Freistaats.

(Foto: picture alliance/dpa)

Thüringen hat gewählt: Die Linke steigt erstmals zur stärksten Kraft im Freistaat auf. Die AfD überholt die CDU. Grüne und FDP schaffen es knapp in den Landtag. Eine tragfähige Mehrheit ist nicht in Sicht. Die Zahlen aus Thüringen im Überblick.

Die letzte große Wahlentscheidung in Deutschland des Jahres 2019 ist gefallen: Die Linke unter dem amtierenden Ministerpräsident Bodo Ramelow hat die Landtagswahl in Thüringen klar gewonnen. Erstmals wurde die Partei stärkste Kraft in einem Bundesland. An zweiter Stelle landete laut vorläufigem Ergebnis die AfD, gefolgt von der CDU.

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Bundesweit der erste Ministerpräsident der Links-Partei: Bodo Ramelow.

(Foto: picture alliance/dpa)

Damit stehen die politischen Machtverhältnisse in Thüringen fest. Wer künftig das Land regieren kann, ist allerdings noch offen. Die Neubesetzung des Erfurter Landtags beschert dem Freistaat ein Ergebnis, in dem kein herkömmliches Parteienbündnis auf eine tragfähige Mehrheit kommt.

Der bisher in Thüringen regierenden rot-rot-grünen Koalition fehlen nach der Wahl vier Sitze zur Mehrheit. Dem vorläufigen Wahlergebnis kommt die Linke auf 31,0 Prozent. Zweitstärkste Partei wurde die AfD, die ihr Ergebnis auf 23,4 Prozent mehr als verdoppelte. Die CDU, die in Thüringen noch bis 2014 alle Ministerpräsidenten seit der Wende stellte, kam nach herben Verlusten mit 21,8 Prozent auf den dritten Platz. Die SPD erreichte 8,2 Prozent. Grüne und FDP schafften mit 5,2 beziehungsweise 5,0 Prozent nach einer mehrstündigen Zitterpartie knapp den Einzug in den Landtag. Die Wahlbeteiligung betrug 64,9 Prozent.

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Aufgerufen zur Stimmabgabe waren in dem Bundesland rund 1,73 Millionen Wahlberechtigte, die mit ihren Erst- und Zweitstimmen die Zusammensetzung des Erfurter Landtags für die kommenden fünf Jahre festlegen konnten. Die Wahllokale waren seit den frühen Morgenstunden, 8.00 Uhr (MEZ) geöffnet und schlossen um 18.00 Uhr.

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Schon im Vorfeld zeichnet sich in Thüringen eine schwierige Lage ab, und das nicht nur für Ramelow: Da Linke und CDU eine rein rechnerisch mögliche Koalition mit der AfD von vornherein kategorisch ausgeschlossen haben, war für keine der ansonsten denkbaren Parteienkonstellationen eine belastbare Mehrheit in Sicht. Nach der Auszählung der Masse der Stimmen steht fest: Der Freistaat Thüringen steuert tatsächlich auf eine ungewöhnlich schwierige und heikle Regierungsbildung zu.

Hinweis: Den n-tv.de Koalitionsrechner finden Sie hier.

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Der Thüringer Landtag besteht aus 88 Abgeordneten. Sie werden alle fünf Jahre nach dem System der personalisierten Verhältniswahl gewählt. Die Schwelle zur Mehrheit liegt bei 45 Sitzen. Jeder Wähler hat zwei Stimmen.

Die Erststimme, die in Thüringen auch als "Wahlkreisstimme" bezeichnet wird, geht als Direktstimme an den auf dem Wahlzettel angekreuzten Wahlkreis-Kandidaten. Die zweite Stimme, die "Landesstimme", können die Wahlberechtigten als Listenstimme für die Landesliste einer Partei vergeben.

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Im Vorfeld der Landtagswahl wurde ein vergleichsweise hoher Briefwähleranteil verzeichnet. Bis zum Stichtag 17. Oktober hatten nach Angaben des Landeswahlleiters Günter Krombholz rund 183.000 Wähler ihrer Briefwahlunterlagen angefordert. Das entspricht rund 10,7 Prozent aller Wahlberechtigten.

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Bei der letzten Landtagswahl des Jahres mussten die Thüringer abgesehen von allem anderen auch eine kalendarische Besonderheit beachten. Der Wahltag fiel mit dem Termin der Zeitumstellung zusammen.

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Bundesweit wurden die Uhren in der Nacht auf Sonntag Punkt 3.00 Uhr morgens (MESZ) um eine Stunde auf Winterzeit - also 2.00 Uhr (MEZ) - zurückgestellt. Wähler, die die Zeitumstellung verpasst haben, standen also schlimmstenfalls eine Stunde zu früh vor dem Wahllokal. In Thüringen startete die Landtagswahl bereits um 8.00 Uhr (MEZ).

Quelle: ntv.de, mmo/AFP

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