Politik

Wer mit wem in Thüringen? So sieht die Lage im Koalitionsrechner aus

125912014.jpg

Knifflige Koalitionsfrage: Für eine tragfähige Mehrheit braucht es mindestens 45 Sitze - oder ungewöhliche Lösungen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Wahllokale sind geschlossen, die Auszählung läuft. Ersten Prognosen zufolge steuert Thüringen tatsächlich auf die befürchtete Pattsituation im Landtag zu. Welches Bündnis käme auf wie viele Sitze? Testen Sie die Mehrheiten selbst im n-tv.de Koalitionsrechner.

Das Ergebnis der Landtagswahl in Thüringen katapultiert den Freistaat ins bundespolitische Rampenlicht: Erneut verwandelt sich das vergleichsweise kleine Bundesland mit seinen rund 2,1 Millionen Einwohnern in ein parteipolitisches Testlabor. Am Wahlabend ist zunächst noch alles offen: Mit welchen Koalitionspartnern könnte Bodo Ramelow Ministerpräsident bleiben? Vieles hängt davon ab, ob es Grüne und FDP tatsächlich über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen.

Der n-tv.de Koalitionsrechner greift die jeweils aktuellste Hochrechnung auf und zeigt die Sitzverteilung im Erfurter Landtag - und die daraus resultierenden möglichen Mehrheiten:

*Datenschutz

Sicher scheint bislang nur: Die Linke ist bei der Landtagswahl in Thüringen erstmals überhaupt stärkste Kraft in einem Bundesland geworden. Die AfD konnte ihr Ergebnis von vor fünf Jahren mehr als verdoppeln und kommt in Thüringen wohl auf deutlich mehr als 20 Prozent. Die CDU, die in Erfurt bis 2014 stets den Ministerpräsidenten stellte, büßt bei der Wahl kräftig ein.

Die SPD sackt auf ein Wahlergebnis im einstelligen Bereich ab. Die Grünen können auf einen knappen Einzug ins Landesparlament hoffen. Spannend wird es auch für die Thüringer Liberalen: Am Wahlabend wird das FDP-Ergebnis zunächst bei knappen 5,5 Prozent gesehen.

Einer rein rechnerisch möglichen Vier-Parteien-Koalition, die es dem amtierenden Ministerpräsidenten ermöglichen wurde, im Amt zu bleiben, schob FDP-Chef Christian Lindner noch am Wahlabend einen Riegel vor. Zugleich schloss er auch eine Zusammenarbeit mit der AfD aus. "Für die FDP ist eine Zusammenarbeit mit Linker und AfD ausgeschlossen, weil beide Parteien die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung in Deutschland verändern wollen", sagte Lindner.

Aus Sicht der AfD läuft bislang alles auf Oppositionsarbeit in Thüringen hinaus. Um eine tragfähige Mehrheit zu erreichen, müsste AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke mehr als nur einen willigen Partner von einem Parteienbündnis mit Schwerpunkt weit rechts der Mitte überzeugen.

*Datenschutz

 

Quelle: n-tv.de, mmo

Mehr zum Thema