Politik

"Judaslohn" an Udo Lindenberg Empörung über Tweet von AfD-Abgeordnetem

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Stephan Brandner wurde schon nach dem Anschlag von Halle deutlich kritisiert.

(Foto: imago images/Christian Ditsch)

Nach der Kritik von Udo Lindenberg an der AfD ätzt deren Bundestagsabgeordneter Brandner in einem Tweet mit dem Wort "Judaslohn" gegen den Musiker. Er spiele mit antisemitischen Ressentiments, kritisiert der rechtspolitische Sprecher der CSU - SPD, Grüne und FDP tun es ihm gleich.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner wird zunehmend zum Rücktritt vom Vorsitz des Rechtsausschusses gedrängt, nachdem er das Bundesverdienstkreuz als "Judaslohn" diffamiert hat. Der innen- und rechtspolitische Sprecher der CSU im Bundestag, Volker Ullrich, sagte dem "Handelsblatt", Brandners Äußerungen seien "unverschämt, spielen mit antisemitischen Ressentiments und sind seiner Position schlicht unwürdig". Brandner sei seiner Vorsitzendenposition nicht gewachsen. "Er sollte daraus Konsequenzen ziehen."

Auch SPD, Grüne und FDP hatten Brandner bereits scharf kritisiert. Hintergrund ist ein Tweet Brandners zu AfD-kritischen Äußerungen des Sängers Udo Lindenberg. Unter Bezug auf dessen Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz schrieb er auf Twitter "Klar, warum der gegen uns sabbert/ sabbern muß" und setzte den Hashtag #Judaslohn hinzu.

Zuvor hatte bereits der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner, der Zeitung gesagt: "Wir wollen die Frage der Abwahl von Ausschussvorsitzenden im zuständigen Geschäftsordnungsausschuss thematisieren." Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, Britta Haßelmann, hatte auf Twitter geschrieben: "Der Mann ist eines Rechtsausschussvorsitzenden unwürdig und in dieser Funktion untragbar." Ihr FDP-Amtskollege Marco Buschmann warf Brandner vor, immer wieder mit antisemitischen Vorurteilen zu spielen. "Das ist einfach nur widerlich und eines Ausschussvorsitzenden des Deutschen Bundestages nicht würdig."

Brandner war erst kürzlich wegen eines Tweets zum Anschlag von Halle in die Kritik geraten. Er hatte im Onlinedienst Twitter einen Beitrag geteilt, in dem nach dem rechtsextremen Anschlag von Halle zu lesen war, dass Politiker vor Synagogen "lungern". Dies spielte offenbar auf die öffentlichen Solidaritätsversammlungen vor den jüdischen Gotteshäusern an. Von diesem Tweet rückte Brandner nach breiter Kritik wieder ab.

Quelle: ntv.de, rpe/dpa/AFP