Politik

Bolsonaro macht den Trump "Erkenne Wahlausgang vielleicht nicht an"

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Bolsonaro bekommt bei der nächsten Wahl aussichtsreiche Konkurrenz.

(Foto: REUTERS)

Donald Trump bereitete seine Legende vom Wahlbetrug schon vor, lange bevor die ersten Briefwähler ihre Unterlagen abgeholt hatten. Ähnliches versucht nun offenbar auch Brasiliens Präsident Bolsonaro mit Blick auf die Wahlen im Oktober 2022.

Brasiliens Staatsoberhaupt Jair Bolsonaro droht damit, den Ausgang der Präsidentenwahl im kommenden Jahr womöglich nicht anzuerkennen. Computer, mit denen Stimmen verzeichnet würden, müssten durch gedruckte Wahlzettel ersetzt werden, forderte Bolsonaro am Mittwoch in einem Radio-Interview. "Wenn diese Methode beibehalten wird, werden sie Probleme haben. Denn eine Seite, nämlich unsere Seite, wird das Ergebnis vielleicht nicht akzeptieren."

In Umfragen liegt Bolsonaro derzeit hinter seinem schärfsten Rivalen, Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva. Seine Äußerungen schüren Bedenken, dass er sich im Falle einer Niederlage ähnlich verhalten könnte, wie sein Vorbild Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl im vergangenen November. Dieser behauptet bis heute, dass ihm die Wahl "gestohlen" worden sei. Angeblich habe es massiven Betrug mit Briefwahlunterlagen gegeben. Mehrere Gerichte haben seine Einwände abgewiesen.

Brasilien hat im Jahr 2000 auf ein elektronisches Wahlsystem umgestellt, um die Wahlen in dem Flächenstaat mit unterschiedlichen Zeitzonen zu vereinfachen. Auch abgelegene und schwer zugängliche Gebiete werden mit den elektronischen Wahlurnen ausgestattet, außerdem sind die Maschinen auch für Analphabeten zu bedienen. Das System gilt als effizient, sicher und transparent.

Schon vor der Wahl 2018 streute Bolsonaros Lager Zweifel an der Zuverlässigkeit der Urnen, die angeblich zugunsten der linken Konkurrenz manipuliert würden. Seit einigen Monaten treibt der Präsident die Kampagne wieder voran. Wiederholt äußerte er, dass es in Brasilien nach der Wahl "schlimmere Probleme als in den USA" geben werde.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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