Politik
Osama bin Laden wurde 2011 getötet. Sami A. soll in den Jahren 1999 und 2000 sein Leibwächter gewesen sein.
Osama bin Laden wurde 2011 getötet. Sami A. soll in den Jahren 1999 und 2000 sein Leibwächter gewesen sein.(Foto: dpa)
Freitag, 13. Juli 2018

Sami A. in Tunesien gelandet: Ex-Bodyguard von Bin Laden abgeschoben

Erst erhält er in Deutschland Sozialhilfe, dann die Abschiebung, die dann wiederum von einem Gericht verboten wird. Jetzt ist der ehemalige Leibwächter von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden doch nach Tunesien abgeschoben worden.

Der Ex-Leibwächter des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden ist laut Sicherheitskreisen aus Deutschland abgeschoben worden. Den Angaben zufolge wurde Sami A. um 7 Uhr mit einer Chartermaschine von Düsseldorf aus in sein Heimatland Tunesien gebracht. Das Bundesinnenministerium und die Bundesregierung bestätigten die Abschiebung.

Das Innenministerium habe die Behörden in Nordrhein-Westfalen bei der Abschiebung "unterstützt", sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Sie betonte, die Entscheidung über die Abschiebung liege in diesem Fall aber in NRW. Innenminister Horst Seehofer "wurde nach Beendigung der Rückführung informiert". Sie erklärte, generell sei es so, dass "wenn den Behörden ein gerichtlicher Beschluss bekannt ist, dass eine Abschiebung nicht durchgeführt werden darf, dann kann nicht abgeschoben werden".

Bis zuletzt war unklar, ob Sami A. tatsächlich abgeschoben werden kann. Denn der 42-Jährige wehrte sich mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gegen seine Abschiebung. Das Gericht hatte diese am Donnerstag dann auch verboten, weil keine diplomatisch verbindliche Zusicherung der tunesischen Regierung vorliege, dass Sami A. im Falle der Rückkehr keine Folter drohe.

Als Abschiebeverbot erreicht Bamf zu spät

Der Haken: Das Gericht informierte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) erst am Freitagmorgen über diese Entscheidung. Das Fax mit der Entscheidung vom Donnerstagabend sei um 8.27 Uhr an das Bamf gefaxt worden, sagte ein Gerichtssprecher. Zu diesem Zeitpunkt saß Sami A. nach Informationen aus Sicherheitskreisen aber bereits im Flugzeug nach Tunesien. Laut "Bild"-Zeitung stieg der Ex-Bodyguard von Bin Laden an Händen und Füßen gefesselt und von vermummten Polizisten begleitet bereits vor 7 Uhr auf dem Düsseldorfer Flughafen in ein Flugzeug. Nach der Landung in Tunesien soll er den dortigen Behörden übergeben worden sein.

Sami A. lebte seit Jahren mit Frau und Kindern in Bochum. Der Tunesier wird von den Behörden als sogenannter Gefährder eingestuft. Er war Ende Juni festgenommen und in ein Abschiebegefängnis gebracht worden, nachdem das Bamf ein Abschiebeverbot aufgehoben hatte.

Quelle: n-tv.de