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Mittwoch, 17. Mai 2017

Russland-Kontakte von Flynn: Gesprächs-Notiz von Comey belastet Trump

Im Februar ist James Comey im Weißen Haus zu Gast, der US-Präsident will mit ihm über die Russland-Ermittlungen und seinen Sicherheitsberater Flynn sprechen. Was der damalige FBI-Chef dann zu hören bekommt, soll bei ihm "Entsetzen" ausgelöst haben.

US-Präsident Donald Trump hat nach Berichten mehrerer US-Medien versucht, Einfluss auf die Russland-Ermittlungen des FBI zu nehmen. Trump habe den damaligen FBI-Chef James Comey im Februar gebeten, die Ermittlungen gegen seinen damaligen Sicherheitsberater Michael Flynn zu stoppen, berichtet die "New York Times". "Ich hoffe, Sie können das sein lassen", soll Trump zu Comey gesagt haben. Flynn sei ein "anständiger Kerl" und habe nichts Falsches getan.

Die Informationen stammen demnach aus einem Memo, das Comey nach dem Treffen verfasst haben soll. Comey sei so "entsetzt" gewesen, dass er den Inhalt des Gesprächs festhalten wollte, meldet der Fernsehsender CNN. Der FBI-Chef habe das Memo dann hochrangigen Mitarbeitern seiner Behörde gezeigt.

Der US-Nachrichtenseite "Politico" zufolge hat Comey mehrere Memos angefertigt. Sie zitierte einen Freund des früheren FBI-Chefs mit den Worten: "Es gibt auch Memos über andere Treffen. Sobald er konnte, hat er (Comey) jedes Wort aufgeschrieben, das Trump zu ihm gesagt hat."

"Keine akkurate Wiedergabe"

Das Weiße Haus widersprach der Darstellung unmittelbar. Der Präsident habe wiederholt seine Auffassung zum Ausdruck gebracht, dass Flynn ein "anständiger Mann" sei; Trump habe aber niemals um eine Einstellung jedweder Ermittlungen gebeten. Der Präsident habe den größten Respekt für die Behörden der Strafverfolgung und für alle Ermittlungen. Es handele sich um keine akkurate Wiedergabe der Unterredung.

Flynn war im Februar einen Tag vor dem Gespräch von Trump und Comey nach nur drei Wochen im Amt zurückgetreten, weil er noch vor seinem Amtsantritt mit dem russischen Botschafter über Sanktionen gesprochen und dies verheimlicht hatte. In der vergangenen Woche entließ Trump dann überraschend Comey - eine Entscheidung, die der US-Präsident mit einigen Tagen Verzögerung selbst in Zusammenhang mit den Russland-Ermittlungen brachte.

Quelle: n-tv.de