Politik

Virus-Alarm in Innsbrucker Hotel Italiens Nachbarn lassen Grenzen offen

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Eine Schließung der Grenzen wäre ein "Fehler", sagte Gesundheitsminister Speranza.

(Foto: imago images/Independent Photo Agency Int.)

Trotz der starken Ausbreitung des Coronavirus in Italien bleiben die Grenzen zu den Nachbarstaaten vorerst offen. Zudem wollen die Anrainerstaaten künftig enger zusammenarbeiten. Unterdessen riegeln die Behörden in Österreich ein Hotel in Innsbruck ab. Eine Infizierte soll dort ihren Arbeitsplatz haben.

Im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus in Italien sollen die Grenzen zu den Nachbarstaaten vorerst offen bleiben. Das teilte Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza nach einem Krisentreffen mit seinen Kollegen aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Kroatien und der Schweiz mit. Eine Schließung der Grenzen wäre ein "Fehler und unverhältnismäßig", sagte Speranza in Rom. Zudem kündigte er einen intensiveren Datenaustausch und häufigere Treffen der Gesundheitsminister der Nachbarländer an.

Ähnlich äußerte sich auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. "Wir sind gemeinsam der Meinung, dass zu diesem Zeitpunkt, jetzt, Reisebeschränkungen oder gar das Schließen von Grenzen keine angemessene, verhältnismäßige Maßnahme wäre", erläuterte der CDU-Politiker. Über größere Veranstaltungen solle nicht generell, sondern im Einzelfall entschieden werden.

"Was wir gemeinsam auch vereinbart haben ist, dass wir in Zügen, Bussen, Flugzeugen und an Flughäfen und Bahnhöfen Informationen austeilen wollen für Reisende aus der betroffenen Region oder in die betroffenen Region", ergänzte Spahn. Wer Anzeichen der Lungenkrankheit habe, solle sich an bestimmte Telefonnummern wenden können. Welche das für Deutschland sein werde, konnte er noch nicht sagen.

Mehr als 300 Infizierte in Italien

Italien kämpft gegenwärtig gegen den größten Infektionsherd in Europa. Mittlerweile seien 322 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt, davon seien elf gestorben, teilten die Behörden mit. Die meisten Infektionen werden in der nördlichen Region Lombardei verzeichnet. Zehn Orte dort sowie ein Ort in der Nachbarregion Venetien stehen daher unter Quarantäne. Mittlerweile erfasst das Virus auch den Süden. Wegen der alarmierenden Entwicklung wurde das Krisentreffen in Rom einberufen, an dem auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn teilnahm. Nach dem Treffen betonte er auf Twitter: "Das Coronavirus zeigt einmal mehr, dass Europa seine Aufgaben nur gemeinsam bewältigen kann."

Unterdessen haben die Behörden in Österreich nach dem ersten Auftreten des neuartigen Coronavirus ein Hotel in Innsbruck gesperrt. In dem Hotel habe eine infizierte Italienerin gearbeitet, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Auch die Wohnung der Frau, bei der das Virus festgestellt worden war, sei betroffen. Die Behörden prüften nun, mit wem die Frau Kontakt hatte, sagte eine Sprecherin der Tiroler Landesregierung.

Rund 15 Polizisten sowie Mitarbeiter der Sanitätsbehörde des Landes waren APA zufolge in dem Hotel im Einsatz. Wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt der Sperrung im Hotel befanden, war vorerst nicht bekannt. Aus Österreich wurden nach Regierungsangaben bisher zwei Coronavirus-Fälle gemeldet. Beide traten in dem Bundesland Tirol auf.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP/dpa

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