Panorama

Zwei Infizierte in Österreich Schweiz bestätigt ersten Coronavirus-Fall

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Rettungskräfte mit Schutzanzügen auf Sizilien.

(Foto: imago images/Independent Photo Agency Int.)

Nach Österreich und Kroatien meldet nun auch die Schweiz den ersten Coronavirus-Patienten. Während in Spanien der Erreger erstmals das Festland erreicht, bleibt die Lage in China weiter angespannt.

In der Schweiz ist erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Das teilte das Bundesamt für Gesundheit mit. Nähere Informationen sollen im Laufe des Tages bekannt gegeben werden. Der Fall ereignete sich im Kanton Tessin, der in die italienische Lombardei hineinragt, wo mehrere Fälle aufgetreten sind. Am Montag hatte Innenminister Alain Berset gesagt, die Schweiz sei gut vorbereitet.

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Bereits am Vormittag hatte Österreich die ersten Coronavirus-Fälle gemeldet. Zwei Menschen im Bundesland Tirol seien infiziert, sagte eine Sprecherin der Landessanitätsbehörde. Medienberichten zufolge handelt es sich um zwei 24-jährige Italiener aus der Lombardei, die in Innsbruck leben. In Kroatien wurde eine Ansteckung bei einem Mann nachgewiesen, der zuvor einige Tage in Italien gewesen war. Er halte sich mit leichten Symptomen in einem Krankenhaus in Zagreb auf, teilte Ministerpräsident Andrej Plenkovic mit. In Spanien wurde derweil der erste Fall von Coronavirus auf dem Festland gemeldet. In Barcelona wurde eine Frau nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Sie soll ihren Wohnsitz in Barcelona haben und kürzlich von einer Reise nach Norditalien zurückgekehrt sein, berichtete die Zeitung "La Vanguardia".

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Italien ist aktuell mit Abstand das Land mit den meisten erfassten Coronavirus-Fällen in Europa. Insgesamt stieg die Zahl der Angesteckten in Italien auf rund 280. Wie es zu so einem rasanten Ausbruch kommen konnte, ist immer noch nicht bekannt. Die meisten Erkrankten meldet die nördliche Region Lombardei, gefolgt von Venetien, der Emilia-Romagna, dem Piemont und Latium. Mittlerweile gibt es aber auch Fälle in der Toskana und auf Sizilien. Zudem wurde im Hafen der Stadt Pozzallo auf Sizilien ein Flüchtlingsrettungsschiff unter zwei Wochen lange Quarantäne gestellt. Die mehr als 270 geretteten Migranten seien an Land in Quarantäne gekommen, sagte eine Sprecherin der Hilfsorganisation SOS Mediterranee.

EU-Parlament empfiehlt Heimarbeit

In der besonders schwer betroffenen Lombardei wurden zehn Gemeinden in der Provinz Lodi zu Sperrzonen erklärt. Dort kontrollieren Sicherheitskräfte, wer rein und raus darf. Die Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus ist nach einer neuen ECDC-Einschätzung für Europäer derzeit "niedrig bis moderat". Als "moderat bis hoch" schätzt das Zentrum das Risiko ein, dass sich Fälle wie derzeit in Italien auch anderswo häufen. 

Unterdessen bleibt die Lage in China angespannt. Wie die Pekinger Gesundheitskommission mitteilte, kamen weitere 71 Menschen ums Leben. Die Gesamtzahl der Opfer in China stieg damit auf 2663. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte um 508 auf 77.658. Seit einer neuerlichen Änderung der Zählweise vor knapp einer Woche hat sich der tägliche Anstieg der neuen Infektionen in China deutlich reduziert. Experten gehen allerdings weiter von einer hohen Dunkelziffer aus. Auch in Südkorea stieg die Zahl der neuen Infektionsnachweise weiter an: innerhalb von 24 Stunden um 144 Fälle auf nun 977. Die Zahl der Todesfälle stieg auf zehn.

Das EU-Parlament forderte derweil Mitarbeiter, die unlängst eine Region mit vielen Coronavirus-Infektionen besucht haben, zur Heimarbeit auf. Auch wenn keinerlei Verdacht auf eine Ansteckung bestehe, sollten die Mitarbeiter mindestens 14 Tage nach Rückkehr nicht ins Parlament kommen, heißt es in einer E-Mail der Parlamentsverwaltung. Zudem sollten sie zweimal täglich Fieber messen. Sollten Symptome von Covid-19 auftreten oder Kontakte zu womöglich infizierten Menschen bestanden haben, "kontaktieren Sie bitte Ihren Hausarzt (...) und begeben Sie sich nicht in die Klinik ohne vorherigen telefonischen Kontakt", heißt es in der E-Mail.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa