Panorama

Premier Conte prangert Fehler an Coronavirus breitet sich nach Süditalien aus

130322372.jpg

In Italien bahnt sich das Coronavirus seinen Weg nach Süden.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Italien greift das Coronavirus immer schneller um sich. Mittlerweile gibt es auch Infizierte in der Toskana und auf Sizilien. Premierminister Conte macht für die Ausbreitung auch die Missachtung von Vorschriften in einer Klinik verantwortlich. Deutsche Unternehmer betrachten die Lage im Nachbarland mit Sorge.

In Italien breitet sich das Coronavirus weiter nach Süden aus. Der italienische Zivilschutz teilte mit, das neuartige Virus sei inzwischen auch bei zwei Menschen in der Toskana - einem in Florenz und einem in Pistoia - festgestellt worden. Auch eine Urlauberin aus der Lombardei in der sizilianischen Hauptstadt Palermo wurde demnach positiv getestet, das Ergebnis eines zweiten Tests stehe noch aus. Die Reisegruppe der Frau wurde vorerst unter Quarantäne gestellt, Hotelmitarbeiter wurden isoliert.

Seit Montag wurden landesweit insgesamt mehr als 50 Neuinfektionen gemeldet, damit stieg die Zahl der Ansteckungen auf 283. Sieben Infizierte starben bislang. Binnen kurzer Zeit hat sich Italien zum größten Herd des neuartigen Virus in Europa entwickelt. Die meisten Infektionen wurden in der nördlichen Region Lombardei verzeichnet. Zehn Orte dort sowie ein Ort in der Nachbarregion Venetien stehen daher unter Quarantäne.

Deutsche Wirtschaft warnt vor Folgen

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte machte in einem Fernsehinterview öffentlich, dass ein Krankenhaus durch die Missachtung von Vorschriften zur Ausbreitung des Erregers in Italien beitrug. Als Italiens "Patient Nummer eins" mit dem neuartigen Coronavirus gilt ein 38-Jähriger, der außer seiner hochschwangeren Frau und mehreren Bekannten auch Ärzte und Pflegepersonal in dem behandelnden Krankenhaus ansteckte.

In Rom sollte ein Krisentreffen europäischer Gesundheitsminister zum neuartigen Coronavirus stattfinden. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nimmt teil. Der Virologe Alexander Kekulé warf ihm im Deutschlandfunk vor, den Ernst der Lage nicht richtig einzuschätzen, wenn er das neuartige Coronavirus weiterhin als harmloser als die Grippe darstelle.

Unterdessen warnt die deutsche Wirtschaft vor den Folgen der Coronavirus-Krise in Italien. "Die rasche Ausbreitung des Virus insbesondere im Norden trifft das Wirtschaftszentrum Italiens und sorgt aktuell für zusätzliche Verunsicherung der deutschen Exportwirtschaft", sagte Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). "So ist allein das Handelsvolumen der italienischen Provinz Lombardei mit Deutschland fast so groß wie unser Handelsvolumen mit Japan."

Deutsche Post setzt Zustellungen aus

Noch beträfen die Auswirkungen vor allem Schutzmaßnahmen der Unternehmen für ihre Mitarbeiter vor Ort, erklärte Treier. "Sollten aber Lieferketten unterbrochen werden, dann wären Produktionsausfälle die Folge." Der Waren- und Dienstleistungsverkehr zwischen Italien und Deutschland geriete ins Stocken. Die Folgen für die deutsche Konjunktur dürfen nicht unterschätzt werden, warnt der DIHK. Italien sei mit einem Handelsvolumen von mehr als 125 Milliarden Euro einer der wichtigsten Wirtschaftspartner Deutschlands.

Die Deutsche Post hat die Zustellung von Paketen in den besonders betroffenen Regionen in Norditalien mittlerweile ausgesetzt. Sowohl die Abholung als auch die Zustellung der Sendungen auch über italienische Partner finde in den Gemeinden der besonders betroffenen Regionen derzeit nicht statt, teilte eine Post-Sprecherin mit. Sobald die Notstandsmaßnahmen in Venetien und der Lombardei aufgehoben würden, werde man auch den Betrieb wieder aufnehmen, hieß es von der Post.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.