Politik

Nordkorea offiziell Corona-frei Kim besorgt sich chinesische Impfung

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Kim Jong Un ließ Ende Januar aus Angst vor Corona-Fällen im eigenen Land die Grenzen zu China schließen.

(Foto: via REUTERS)

Sicher ist sicher: Nordkoreas Machthaber Kim lässt sich und seinem engeren Machtzirkel Corona-Impfstoffdosen aus China verabreichen. Dabei ist das streng abgeschottete Land offiziell gar nicht von der Pandemie betroffen. An dieser Darstellung gibt es allerdings arge Zweifel.

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un und seine Familie sind einem Medienbericht zufolge bereits gegen Corona geimpft. "Kim Jong Un und mehrere andere hochrangige Beamte in der Familie und der Führungsriege um Kim wurden in den letzten zwei bis drei Wochen dank eines von der chinesischen Regierung bereitgestellten Impfstoffkandidaten gegen Coronavirus geimpft", schreibt Harry Kazianis, Nordkorea-Experte des Zentrums für nationale Interessen in Washington, in einem Artikel auf der Webseite 19FortyFive.

Der Experte beruft sich dabei auf zwei mit der Angelegenheit vertraute japanische Geheimdienstmitarbeiter. Es sei unklar, welches experimentelle Vakzin der Staatschef und sein engeres Umfeld erhalten haben und ob dieses sich als sicher erwiesen habe.

In China entwickeln derzeit drei Unternehmen einen Impfstoff gegen das Coronavirus: die Firmen Sinovac, CanSinoBio und Sinophram. Unternehmensangaben zufolge seien alleine mit dem Vakzin von Sinophram bereits nahezu eine Million Menschen in China geimpft worden. Keiner der drei Impfstoffkandidaten hat jedoch bisher bekannt gegeben, mit Phase-3-Studien begonnen zu haben. In solchen Studien werden neue Medikamente systematisch an Zehntausenden Personen getestet, um Nebenwirkungen und Wirksamkeit zu überprüfen.

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Nordkorea meldet offiziell keine Infektionen mit dem Coronavirus im eigenen Land. Südkoreanische Geheimdienstkreise halten es jedoch nicht für ausgeschlossen, dass das Virus auch in das abgeschottete Reich eindringt: Es gab noch bis Ende Januar einen Grenzverkehr von Menschen und Waren mit China. Dann wurden die Grenzen geschlossen.

Berichte legen ein großes Interesse Nordkoreas an einem Corona-Impfstoff nahe. In den vergangenen Wochen soll es nordkoreanische Hackerangriffe auf westliche Impfstoffhersteller gegeben haben, unter den betroffenen Unternehmen soll auch der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca sein. Astrazeneca verfügt über einen der derzeit drei aussichtsreichsten Impfstoffe neben den Entwicklungen von Biontech/Pfizer und Moderna.

Quelle: ntv.de, jog/rts

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