Politik

Berichte über Hackerangriffe Nordkorea nimmt Impfstoff-Firmen ins Visier

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Nordkoreas Machthaber Kim traf laut dem südkoreanischen Geheimdienst zuletzt "irrationale Maßnahmen" wegen der Corona-Pandemie.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der südkoreanische Geheimdienst schlägt Alarm: Hacker aus Nordkorea sollen es auf Entwickler von Corona-Impfstoffen abgesehen haben. Auch der Pharmakonzern Astrazeneca soll bereits Opfer eines Cyberangriffs der Volksrepublik geworden sein.

Nordkoreanische Hacker haben nach Geheimdienstangaben versucht, an Daten von Entwicklern von Corona-Impfstoffen in Südkorea heranzukommen. Die Attacken hätten jedoch abgewehrt werden können, teilten südkoreanische Abgeordnete mit, die vom staatlichen Nachrichtendienst NIS über die Hacker-Aktivitäten unterrichtet wurden.

Der NIS habe nicht mitgeteilt, welche Unternehmen das Ziel gewesen seien, zitierte die Nachrichtenagentur Yonhap das Mitglied des Geheimdienstausschusses, Ha Tae Keung. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll aber auch der britische Pharmakonzern Astrazeneca Ziel eines Angriffs nordkoreanischer Hacker geworden sein. Die Angreifer hätten sich über die Plattformen Linkedin und Whatsapp an Mitarbeiter des Konzerns gewandt, sagten zwei mit dem Fall vertraute Personen Reuters. Sie hätten sich als Headhunter ausgegeben und manipulierte Bewerbungsunterlagen verschickt. Diese hätten einen Code enthalten, mit dem die Angreifer auf die Computer ihrer Opfer zugreifen wollten. Dies sei allerdings offenbar nicht gelungen.

Auch Microsoft meldet Cyberangriffe

Mitte November hatte bereits das Softwareunternehmen Microsoft berichtet, russische und nordkoreanische Hacker hätten Cyberattacken gegen Impfstoffhersteller in einer Reihe von Ländern begonnen, darunter Frankreich, Südkorea und die USA. Die meisten Attacken seien jedoch ohne Erfolg geblieben.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un traf laut NIS zuletzt "irrationale Maßnahmen" wegen der Folgen der Corona-Pandemie. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes nähmen immer mehr zu. Das abgeschottete Nachbarland habe sogar den Fischfang blockiert und die Salzproduktion aus der Angst ausgesetzt, das Meerwasser könnte mit Coronaviren kontaminiert sein. Nordkorea ist eines der wenigen Länder weltweit, die bisher keine Corona-Infektionen gemeldet haben. Um eine Einschleppung des Erregers zu verhindern, hatte das Land frühzeitig die Grenzen dichtgemacht.

Zudem berichtete NIS, Nordkoreas Führung habe im Oktober einen "Geldwechsler" hinrichten lassen, der im heimischen Devisenmarkt eine maßgebliche Rolle gespielt habe. Ihm wurde demnach die Schuld für plötzliche Wechselkursschwankungen gegeben. Im August sei außerdem ein Funktionär wegen des Vorwurfs hingerichtet worden, gegen Vorschriften verstoßen zu haben, die den Warenimport beschränkten. Für die Angaben gab es aus Nordkorea keine Bestätigung.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/rts

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