Politik

RTL/n-tv Trendbarometer Klimaschutz drängender als Zuwanderung

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Die Wälder sind inzwischen stellenweise massiv von der Trockenheit gezeichnet - und geschädigt.

(Foto: imago images / Rene Traut)

Trockene Sommer, die Fridays-for-Future-Bewegung und wissenschaftliche Warnungen: Der Klimawandel dominiert derzeit weite Teile der öffentlichen Debatte. Gut jedem dritten Wähler bereitet der Umweltschutz derzeit die größten Sorgen. Allerdings bewegt die Mehrheit im Osten etwas anderes noch mehr.

Umwelt, Zuwanderung und Politikverdrossenheit sind die größten Sorgen der Deutschen. Dagegen bereiten die Themen innere Sicherheit, wirtschaftliche Lage und Renten den Wählern deutlich weniger Kopfzerbrechen. Allerdings gibt es teils erheblich Unterschiede zwischen Ost und West sowie zwischen den Generationen, wie aus dem RTL/n-tv Trendbarometer hervorgeht.

Demnach gaben gut 37 Prozent der von Forsa Befragten an, sich wegen der Umwelt und des Klimas zu sorgen. Während dies im Westen vier von zehn Wählern meinten, waren es im Osten nur drei von zehn. Dagegen bewegt dort das Flüchtlingsthema die Menschen mehr: So sagten zwischen Kap Arkona und Fichtelberg 36 Prozent, dies sei die wichtigste Angelegenheit, während diese Sicht im Westen nur 27 Prozent teilten. "In Ostdeutschland gibt es deutlich weniger Flüchtlinge als im Westen. Insofern kann sich die negative Einschätzung der Zuwanderung kaum auf eigene Erfahrungen stützen, sondern beruht auf Vorurteilen", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner der Mediengruppe RTL.

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Mit Blick auf die Parteipräferenz ist der Unterschied sogar noch größer. So sagen fast zwei Drittel der AfD-Anhänger, dass Flüchtlinge das größte Problem Deutschlands seien. Nur jeder vierte Anhänger anderer Parteien (25 Prozent) stimmte dem zu. Umgekehrt ist für 28 Prozent der AfD-Sympathisanten der Klimawandel das größte Problem. Von den Anhängern anderer Parteien sagten dies dagegen 38 Prozent.

Der Klimawandel sorgt zudem vor allem die Jüngeren. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen bewegt der Schutz der Umwelt 42 Prozent der Befragten. Die über 60-Jährigen dagegen bewerten öfter als die Jüngeren die Zahl der Flüchtlinge, die Lage am Wohnungsmarkt sowie die Altersversorgung als große Probleme.

Bedenklich ist derweil, dass fast jeder vierte Befragte (25 Prozent) den Unmut über Politiker und Parteien als zentrales Problem sieht. Armut und soziales Gefälle sorgen 13 Prozent. Gut jeder Neunte (11 Prozent) nannte wahlweise die Bildungspolitik, die Lage am Wohnungsmarkt oder die Versorgung im Alter als größte Aufgabe. Jeder zehnte Befragte (10 Prozent) sieht im zunehmenden Rechtsextremismus und der Ausländerfeindlichkeit ein großes Problem.

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Für die Erhebung hat Forsa nach eigenen Angaben im Juli mehr als 5000 Wahlberechtigte befragt. Mehrfachnennungen waren dabei möglich.

Quelle: n-tv.de, jwu

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