Politik

Atomkraft statt Braunkohle Kretschmer sieht Energiewende misslungen

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Glaubt nicht an eine zeitnahe Absicherung durch Erneuerbare Energien: Michael Kretschmer.

(Foto: dpa)

Politiker von Union und FDP fordern längere AKW-Laufzeiten, um im Winter kurzfristig mögliche Stromengpässe im Zuge des Ukraine-Kriegs zu überbrücken. Sachsens Ministerpräsident reiht sich ein. Kretschmer erklärt die Energiewende bei Gas für gescheitert.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken auf vorerst unbestimmte Zeit gefordert. "So lange die Bundesregierung kein neues Konzept für die Energiewende erarbeitet hat, müssen die Atomkraftwerke weiterlaufen", sagte CDU-Mann Kretschmer dem "Handelsblatt". Der stellvertretende CDU-Vorsitzende erklärte die Energiewende in dieser Form für misslungen. "Die Energiewende mit Gas als Grundlast ist gescheitert."

Bereits der vergangene Winter habe gezeigt, dass die Produktion aus Ökoenergien oftmals nicht ausreiche, sagte Kretschmer. Eine witterungsunabhängige Stromproduktion sei daher unabdingbar. Aus Sicht des Ministerpräsidenten ist es keine Alternative, einfach nur mehr Strom aus Wind und Sonne zu erzeugen. Die explodierenden Gas- und Strompreise seien inzwischen "eine Bedrohung" für den Wirtschaftsstandort. "Wir brauchen eine Grundlastfähigkeit. Dazu Braunkohlekraftwerke anzuwerfen ist Wahnsinn", meinte Kretschmer mit Blick auf deren CO2-Bilanz.

Wegen der Befürchtungen eines Stopps russischer Gaslieferungen wird derzeit eine mögliche Verlängerung der Laufzeiten der drei letzten noch laufenden Atomkraftwerke in Deutschland diskutiert, die nach geltendem Atomrecht Ende Dezember vom Netz gehen müssten.

Union und FDP werben dafür, einen zumindest begrenzten Weiterbetrieb über den Jahreswechsel hinaus zu ermöglichen. SPD und insbesondere Grüne sind nach wie vor skeptisch. Auch sie wollen einen zumindest befristeten Weiterbetrieb im Krisenfall aber inzwischen nicht generell ausschließen.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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