Politik

"Erschütternd" Lauterbachs Kinder bekommen Morddrohungen

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Plakate auf einer "Querdenker"-Demo gegen Coronamaßnahmen und Impfpflicht in München: Karl Lauterbach ist häufig Ziel von Anfeindungen und wird auch persönlich bedroht.

(Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber)

Gesundheitsminister Lauterbach kann nicht ohne Personenschutz aus dem Haus gehen. Er ist seit Langem Ziel von Morddrohungen - aber nicht nur er, sondern auch seine fünf Kinder. Obwohl er diesbezüglich schon viel gewohnt ist, zeigt er sich darüber erschüttert.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD muss nicht nur mit Morddrohungen gegen sich selbst leben, sondern ist auch besorgt wegen der Sicherheit seiner Familie. "Ich selbst werde immer noch bedroht, und auch für meine Kinder bekomme ich erschütternde Morddrohungen", sagte Lauterbach dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Mein Auto muss ich in einem Vorort parken. Ohne Personenschutz kann ich abends leider nicht vor die Tür gehen", fügte er hinzu.

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Kanzler Olaf Scholz und Lauterbach in Häftlingskleidung auf einem Plakat bei einer Demonstration gegen die Corona-Politik.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bereits im Frühjahr sagte er dazu, ohne diesen Schutz könne er weder einen Spaziergang machen noch in ein Restaurant gehen: "Ich würde mich selbst gefährden, aber auch andere, mit denen ich essen gehe oder die zufällig in meiner Nähe sind."

Häufig werde ihm Gewalt angedroht, er stehe auf diversen Todeslisten. Seine Wohnhäuser in Köln und Berlin hätten die Täter besprüht, sein Privatauto beschädigt.

Ziel von Hass-Kommentaren

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Lauterbach wohnt in der Kölner Innenstadt. Er hat fünf Kinder - vier erwachsene und eine Tochter im Teenageralter. Seit Langem ist er Ziel von Hass-Kommentaren, die sich vor allem gegen seine Corona-Politik richten. Auch auf Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen ist Lauterbach oft Ziel von Attacken - sei es auf Plakaten oder in Reden. Zudem deckten Ermittler im Frühjahr eine staatsfeindliche Gruppierung von "Querdenkern" auf, die als Teil eines Umsturzplans die Entführung Lauterbachs geplant haben soll.

Er gehört generell zu den am meisten bedrohten Politikern in Deutschland und wird daher in die höchste Sicherheitsstufe eingeordnet. Entsprechend konsequent geht er mit Anzeigen um. "Alleine in Köln gibt es aktuell 98 eingeleitete und laufende Ermittlungsverfahren, in 65 Fällen wurde die Identität der Täter ermittelt", berichtete Lauterbach etwa im April. "Ich mache das so konsequent, weil ein Impfgegner, der mir Gewalt androht, wahrscheinlich auch seinen Bürgermeister oder Stadtrat bedroht. Eine erfolgreiche Anzeige von mir kann auch andere schützen."

Quelle: ntv.de, abe/dpa

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