Politik

Netzwerke, Strukturen, Vertrauen Merkel strebt globalen Pandemievertrag an

imago0133473999h.jpg

Bundeskanzlerin Merkel fordert, aus der Corona-Krise eine Lehre zu ziehen und Pandemien in Zukunft stärker auf globaler Ebene anzugehen.

(Foto: imago images/Political-Moments)

Angesichts der Corona-Krise fordert Kanzlerin Merkel einen global verbindlichen Pandemievertrag. "Pandemien kennen keine Ländergrenzen" und müssten gemeinsam bewältigt werden. Es käme auf bessere Vernetzung, effiziente Strukturen und Vertrauen zwischen den Ländern an, so Merkel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen global verbindlichen Pandemievertrag gefordert, damit man zukünftig schneller und besser auf weltweite Gesundheitskrisen reagieren kann. Beim virtuellen Evidenzgipfel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagte sie, dass man nur gemeinsam gegen Pandemien wie etwa die aktuelle Corona-Krise kämpfen könne.

"Die aktuelle Pandemie mit ihren katastrophalen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen sollte uns eine Lehre sein. Wir sollten Netzwerke, Strukturen und Vertrauen aufbauen - also Voraussetzungen für uns und künftige Generationen schaffen, um schneller und besser auf Gesundheitsbedrohungen reagieren zu können" sagte sie weiter. "Wir sind gut beraten, wenn wir ganz gezielt Maßnahmen für eine bessere Prävention, Früherkennung und Reaktion in einem Pandemievertrag oder einem anderen rechtlichen Instrument verbindlich festhalten."

Aus ihrer Sicht käme es auf drei grundsätzliche Punkte an. Erstens sollte man für mehr Zusammenarbeit und Vernetzung in der Wissenschaft, in der Politik sowie zwischen Wissenschaft und Politik sorgen. Zweitens seien effiziente und funktionstüchtige Strukturen nötig, wozu auch die verlässliche Finanzierung der Weltgesundheitsorganisation gehöre. Denn der WHO als koordinierender Stelle in der globalen Gesundheitsarchitektur komme eine zentrale Rolle zu. Zudem sollten die Mandate aller Organisationen und Akteure in der globalen Gesundheit klar aufeinander abgestimmt werden, so Merkel.

Als dritten Punkt forderte Merkel, dass die Länder untereinander das Vertrauen festigen sollten. Denn dieses sei "unabdingbar" für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. "Pandemien kennen keine Ländergrenzen, gemeinsame Herausforderungen wie diese lassen sich trotz aller nationaler Anstrengungen erst dann bewältigen, wenn wir auch gemeinsam vorgehen", so Merkel. Statt alleine zu agieren, hätte man gemeinsam weitaus bessere Chancen, dem Schrecken von Pandemien erfolgreich zu begegnen.

Weiterhin müsse die Digitalisierung des Gesundheitswesens verbessert werden, um zuverlässige Daten über das Infektionsgeschehen zu generieren, so Merkel. Künstliche Intelligenz könne die Datenanalyse beschleunigen, weil sich dadurch in großen Datenmengen bis dahin unbekannte Zusammenhänge sehen ließen. Die Bundesregierung hat vor kurzem in Berlin ein WHO-Zentrum für Datenanalyse zur Pandemievorbereitung eingerichtet.

Quelle: ntv.de, mbu/dpa/DJ

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen