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Aus früherem Bundeswehr-Bestand Regierung gibt "Gepard"-Lieferung an Ukraine frei

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Zum Treffen auf der US-Airbase Ramstein kommt Verteidigungsministerin Lambrecht nicht mit leeren Händen. Die Bundesregierung gibt die Lieferung von "Gepard"-Luftabwehrpanzern an die Ukraine frei. Das schwere Gerät gehörte früher der Bundeswehr.

Die Bundesregierung genehmigt eine Lieferung von Panzern aus Beständen der Industrie an die Ukraine. Dies bestätigte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht bei einem Treffen von 40 Staaten auf der US-Airbase Ramstein. Demnach sei die Entscheidung dazu am Montag gefallen. Dazu erhält der Rüstungshersteller Krauss-Maffei Wegmann grünes Licht, um technisch aufgearbeitete "Gepard"-Flugabwehrpanzer aus früheren Beständen der Bundeswehr verkaufen zu können.

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Ein Flugabwehrpanzer vom Typ "Gepard" feuert auf dem Schießplatz im schleswig-holsteinischen Todendorf eine Stinger-Flugabwehrrakete ab (Bild von 2010).

(Foto: picture alliance / dpa)

Krauss-Maffei Wegmann verfügt über eine mittlere zweistellige Zahl dieser Panzer aus der aufgelösten Heeresflugabwehr der Bundeswehr. Der "Gepard" kann auch im Kampf gegen Bodenziele eingesetzt werden. Die Bekämpfung von fliegenden Zielen im Verbund mit anderen Kräften gilt dagegen als technisch deutlich anspruchsvoller.

Lambrecht verwahrte sich bei dem von den USA anberaumten Treffen gegen den Vorwurf, dass Deutschland zu wenig Unterstützung für die Ukraine leiste. "Es hat in diesem Zusammenhang in den vergangenen Wochen auch Kritik an Deutschland gegeben", sagte sie. "Die Zahlen sprechen aber eine andere Sprache." Ihr sei es "wichtig, dass wir hier weiter geschlossen zusammenstehen und uns nicht auseinandertreiben lassen". Deutschland habe "in einem ersten Schritt" aus Beständen der Bundeswehr "in großen Umfang Waffen und Ausrüstung an die Ukraine geliefert, etwa Panzerfäuste und Flugabwehrraketen".

Lambrecht kündigte zudem an, dass Deutschland gemeinsam mit den USA Soldaten aus der Ukraine an Artilleriesystemen auf deutschem Boden ausbilden wolle. Sie kündigte zudem an, gemeinsam mit den Niederlanden ukrainische Soldaten an Panzerhaubitzen auszubilden und Munition für die Ukraine bereitzustellen. "Denn wir wissen alle, dass in diesem Konflikt Artillerie ein wesentlicher Faktor ist."

Lambrecht in Ramstein

Auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz kommen heute auf Einladung der USA Vertreter zahlreicher Länder zusammen, um über den Ukraine-Krieg zu beraten. Zur Konferenz auf der größten US-Airbase außerhalb der Vereinigten Staaten hat US-Verteidigungsminister Lloyd Austin Vertreter aus rund 40 Staaten eingeladen. Deutschland wird von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht vertreten.

Die Bundesregierung hat bei der Finanzierung des Militärs eine "Zeitenwende" eingeleitet und will dazu ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr bereitstellen. In einem Ringtausch mit Partnern aus Osteuropa sollen der Ukraine Waffensysteme bereitgestellt werden, die dort bereits im Einsatz sind. Deutschland will die Niederlande und die USA zudem bei der Ausbildung ukrainischer Soldaten an Artilleriesystemen unterstützen. Pläne für eine engere Zusammenarbeit gibt es nach der Ankündigung der Niederlande, die das Waffensystem Panzerhaubitze 2000 liefern wollen.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 26. April 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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