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Mittwoch, 03. Januar 2018

Gespräche mit dem Süden: Nordkorea will Kommunikationskanal öffnen

Nordkorea will die suspendierte Kommunikationsleitung zu Südkorea an der schwer bewachten Landesgrenze "wiederherstellen". Das habe der staatliche Rundfunk in Nordkorea angekündigt, teilt das Vereinigungsministerium in Seoul mit.

Im Zuge seiner Annäherung an Südkorea will Nordkorea einen grenzüberschreitenden Kommunikationskanal wieder öffnen. Die Kommunikationsleitung im Grenzort Panmunjom solle am Mittwochnachmittag (Ortszeit) wiederhergestellt werden. Das habe der staatliche Rundfunk in Nordkorea angekündigt, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit.

Die beiden Länder hatten infolge zunehmender Spannungen seit 2016 nicht mehr über die Telefonleitung miteinander geredet, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Seoul wertete den Vorstoß aus Pjöngjang daher als "sehr bedeutsam". Es handele sich um einen wichtigen Schritt, den auf Eis liegenden Dialog wieder aufzunehmen, sagte Präsidentensprecher Yoon Young Chan. "Dies schafft eine Umgebung, in der Kommunikation zu jeder Zeit möglich sein wird."

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Hintergrund ist ein Gesprächsangebot des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un vom Montag. Südkorea hatte daraufhin vorgeschlagen, in der nächsten Woche ein Treffen auf hoher Ebene in Panmunjom abzuhalten. Es soll dabei um eine Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Spielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar gehen, die Kim in seiner Neujahrsansprache angeboten hatte. Auch die Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen soll ein Thema sein.

Südkorea begrüßte Kims Gesprächsangebot. Präsident Moon Jae In wies das Außenministerium aber an, sich eng mit den Alliierten Südkoreas und der internationalen Gemeinschaft darüber abzustimmen, wie die Verbesserung des innerkoreanischen Verhältnisses und eine Beilegung des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm "zur gleichen Zeit" behandelt werden könnten.

Nach Berichten südkoreanischer Medien wurde die Radioankündigung vom Leiter der für innerkoreanische Angelegenheiten zuständigen Behörde in Nordkorea, Ri Song Gwon, gemacht. "Aufgrund der Entscheidung der Führung werden wir auf ernsthafte und glaubhafte Weise den Kontakt mit Südkorea aufnehmen", wurde Ri zitiert. Ziel sei es, über die "potenzielle Entsendung einer Delegation" nach Pyeongchang zu diskutieren. Ob Nordkorea auch den Vorschlag Südkoreas für ein Treffen annehmen will, war zunächst unklar.

Trump hat "größeren" Atomknopf

Die USA machten allerdings rasch deutlich, dass sie wenig von dieser Initiative erwarten. "Wir werden die Gespräche nicht ernst nehmen, wenn sie nichts unternehmen, um alle Atomwaffen in Nordkorea zu verbannen", sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, in New York.

In Nordkorea sei ein "sehr rücksichtsloses Regime" an der Macht. "Wir glauben nicht, dass wir ein Heftpflaster brauchen, und wir glauben nicht, dass wir lächeln und ein Foto machen müssen", sagte Haley. Die USA würden eine nukleare Aufrüstung Pjöngjangs "niemals akzeptieren". Haley warnte Nordkorea auch vor einem weiteren Raketentest. "Wir hören Berichte, dass Nordkorea möglicherweise einen weiteren Raketentest plant", sagte sie. "Ich hoffe, das wird nicht passieren. Aber falls es doch passiert, müssen wir noch härtere Maßnahmen gegen das nordkoreanische Regime ergreifen", so Haley.

US-Präsident Donald Trump hatte mit Blick auf mögliche Gespräche zwischen Süd- und Nordkorea zunächst getwittert: "Vielleicht ist das eine gute Nachricht, vielleicht nicht - wir werden sehen." In einem weiteres Eintrag schrieb er, er habe einen "viel größeren und mächtigeren" Atomknopf als der nordkoreanische Machthaber Kim. In seinem Tweet bezog sich Trump auf eine Äußerung Kim Jong Uns, der in seiner Neujahresansprache mit den Worten "der Atomknopf ist immer auf meinem Tisch" erneut mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht hatte.

Ungeachtet internationaler Proteste und verschärfter Sanktionen treibt Nordkorea seine atomare Aufrüstung voran und richtet immer wieder Drohungen gegen Südkorea und die USA. Im September testete das international isolierte Land eine Wasserstoffbombe. Ende November brüstete sich Nordkorea mit dem Test einer Interkontinentalrakete und erklärte, das gesamte US-Festland liege nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen.

Quelle: n-tv.de